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2009 sinken die Abfallgebühren

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DIe Münchner müssen nächstes Jahr weniger Müllgebühren zahlen.
DIe Münchner müssen nächstes Jahr weniger Müllgebühren zahlen. © Bodmer

Wenn Gebühren angepasst werden, heißt das erfahrungsgemäß auf gut Deutsch: Sie steigen.

Bisherige und neue Müllgebühren im Vergleich.
Bisherige und neue Müllgebühren im Vergleich.

Eine angenehme Überraschung dürfte da die Ankündigung des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWM) sein, dass die Kosten für die Restmüllentsorgung in den nächsten beiden Jahren nach unten korrigiert werden – zwar nur um 0,58 bis 2,8 Prozent, aber immerhin.

Wie Kommunalreferentin Gabriele Friderich erläutert, waren die Einsparmaßnahmen von 2007 bis 2008 erfolgreich. Hinzu kamen neue Entwicklungen, die sich positiv auf die Einnahmensituation auswirkten: Zum einen das Deponieverbot von Restmüll, das dafür sorgte, dass die Verbrennungsanlage durch Fremdabfallannahme voll ausgelastet war und Geld einspielte. Als zweiter Faktor kommen die enorm gestiegenen Preise für Altpapier zum Tragen. „Durch die Neuausschreibung der Verwertung konnten die Erlöse fast verdoppelt werden“, freut sich Friderich. Während sich die Restmüllmenge seit Anfang 2007 um weitere 2,5 Prozent verringert hat, stieg die eingesammelte Papiermenge um 5,5 Prozent (42 000 Tonnen) und der Biomüll um elf Prozent (3400 Tonnen). Die Mehreinnahmen übersteigen den Mehraufwand bei Energie- und Personalkosten, der auch die Abfallentsorgung trifft.

Das Kommunalreferat hat errechnet, dass bei einer Beibehaltung des aktuellen Gebührenniveaus im nächsten Kalkulationszeitraum knapp 3,2 Millionen Euro Überschuss erwirtschaftet würde. „Eine bewusste Überdeckung ist aber unzulässig“, so Friderich, daher die anstehende Gebührenreduzierung.

Dabei bleibt das Referat bei dem vor einigen Jahren eingeführten degressiven Prinzip: Für die Entsorgung kleinerer Tonnen muss wegen des höheren Arbeitsaufwands proportional mehr bezahlt werden als für Großbehälter. Allein die Nutzer der kleinsten Tonne (80 Liter) müssen, „aus kalkulatorischen Gründen“, weiterhin den gleichen Entsorgungspreis entrichten. Für die Leerung von Papier- und Biotonnen müssen Privathaushalte weiterhin nicht extra zahlen.

Die Preise für kostenpflichtige Entsorgung gewerblicher Papierbehälter sinken um 65 Prozent – dank der höheren Verwertungserlöse. Beim Biomüll werden Gewerbetreibende je nach Gefäßgröße um 3,96 bis 5,66 Prozent entlastet, bei der Restmüllentsorgung um 0,58 bis 2,8 Prozent.

München doch günstig

„München schneidet im Städtevergleich bei den Abfallgebühren nicht gut ab“: Nach diesem Ergebnis des Internetportals Verivox forderte der Chef der Rathaus-FDP Michael Mattar Aufklärung vom Kommunalreferat. Referentin Gabriele Friderich sieht Fehler in der Methodik von Verivox: Die Wertungen seien ausschließlich auf der Basis der Gebühren für Restmülltonnen ermittelt worden. Die schließt in München auch Bio- und Papiersammlungen sowie die Kosten für Wertstoffhöfe ein. In Hamburg, das in der Verivox-Liste oben stand, „gibt es eine eigene Biotonnengebühr sowie eine Grundgebühr“.

Friderichs Gegenbeispiel: Nutzt ein Vier-Personen-Haushalt in München das 80-Liter-Gefäß für Restmüll und die gebührenfreien Papier und Biotonnen, muss er bei 14-tägiger Leerung rund 142 Euro/Jahr entrichten, im Bundesschnitt aber 179 Euro.

Quelle: tz

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