Was 2011 teurer wird

München - Jahr für Jahr schlägt die Teuerung zu: Ob Strom, Kommunalsteuern oder Nahverkehr – die Stadt und ihre Unternehmen holen sich beim Bürger immer wieder frisches Geld. 2011 wird nur eine Sache billiger.

Hier die wichtigsten Änderungen:

Grundsteuer: Kein Haushalt in München, der nicht von der Grundsteuer betroffen wäre. Eigentümer zahlen selbst, Mietern wird der Betrag auf die jährliche Betriebs- und Nebenkostenrechnung gesetzt. Erstmals erscheint der erhöhte Steuerbetrag schon auf der Abrechnung für 2010, denn die rot-grüne Stadtratsmehrheit hat die Zusatzforderung rückwirkend beschlossen. Je nach Lage der Wohnung, nach Grundstücksgröße und Zahl der Mietparteien fällt die Steuer unterschiedlich aus. Für ein 200-Quadratmeter-Eigenheim zum Beispiel in Nymphenburg sind 42,72 Euro im Jahr mehr zu zahlen. Der 70-Quadratmeter-Mieter in Giesing muss sieben Euro drauflegen. In einer Wohnung gleicher Größe in Moosach kassiert die Stadt 18,20 Euro mehr ab.

Trinkwasser: Auch das trifft jeden Münchner: Die Stadtwerke verlangen für das Trinkwasser im neuen Jahr 3,7 Prozent mehr. Nach Rechnung der Stadtwerke werden Verbraucher in einer Etagenwohnung für 96 Kubikmeter etwa 48 Cent mehr im Monat zahlen müssen als bisher. Begründung: Die Erneuerung der 120 Jahre alten Hauptleitung aus dem Mangfalltal habe 180 Millionen Euro gekostet. Seit 1980 sind die Wassergebühren somit um über 230 Prozent gestiegen!

Straßenreinigung: Auch hier kommt keiner aus: Bis zu 76 Prozent mehr verlangt das Baureferat künftig für die Straßenreinigung. Dieser Top-Zuschlag trifft die Anwohner diverser Hauptstraßen. Sonst liegt das Plus im Bereich von 33 bis 40 Prozent. Nahverkehr: Beim MVV liegt die jährliche Teuerung regelmäßig über dem allgemeinen Preissteigerungsniveau. Diesmal sind es 2,8 Prozent im Durchschnitt, wobei dieser Wert für bestimmte Fahrkartentypen auch erheblich überschritten werden kann. Zum 1. Januar trifft die Tariferhöhung vom 12. Dezember erstmals die Stammkunden mit Monatskarten.

Strom: Hier wenden sich die Stadtwerke vorerst nur an die Nachtstrom-Kunden. Der Arbeitspreis pro Kilowattstunde Nachtstrom klettert um 12,5 Prozent auf 14,72 Cent. Der Tagstrom für diese Kunden steigt von 14,62 auf 17,40 Cent. Das trifft vor allem Betreiber von Nachtspeicheröfen und Wärmepumpen. Nach Einschätzung der Stadtwerke bringt dies eine Preiserhöhung von rund acht Euro pro Monat mit sich. Außerdem verlangen die Stadtwerke künftig für jeden Gemeinschaftszähler in Mehrfamilienhäusern eine Grundgebühr. Wenn ein Haus für Treppenhaus, Tiefgarage und Lift drei Zähler hatte, wurden bislang nur einmal sechs Euro kassiert, künftig dreimal. Die Mieter spüren das bei der Nebenkostenabrechnung. Bei anderen Dienstleistungen und Energielieferungen wollen sich die Werke noch nicht festlegen, ob 2011 eine Preiserhöhung erfolgt.

Hundesteuer: Für jeden Hund kassiert die Stadt künftig 100 Euro im Jahr (bisher 76,80 Euro). Kampfhunde müssen mit 800 Euro (vorher 613,80 Euro) versteuert werden. Begründung: Die bisherigen Abgaben galten schon seit 1996. Für viele Rentner ein harter Schritt. Altenheime: Auch die Pflege in den städtischen Seniorenheimen wird teurer: Die Münchenstift – die größte Institution ihrer Art in München – will Preise und Gebühren um unter einem Prozent anheben, so Geschäftsführer Gerd Peter. Um die Pflegesätze werde noch verhandelt.

Eberhard Geiger

Nur Münchens Müllabfuhr kostet weniger

Alles wird teurer, nur die Müllabfuhr wird in München wie auch in zahlreichen anderen deutschen Kommunen billiger: Am 21. Oktober hat der Stadtrat für 2011 und 2012 eine Senkung der Müllgebühren beschlossen, die bei der Einfamilienhaus-Tonne (120 Liter) 1,7 Prozent und bei der Mietshaustonne (1100 Liter) 13 Prozent beträgt. Allerdings sind dieser Kostensenkung seit 1980 immense Gebührensteigerungen vorausgegangen. Bis 2010 stieg die Gebühr für die 1100-Liter-Tonne um 350 Prozent auf 2330 Euro pro Jahr, für die 120-Liter-Tonne sogar um 430 Prozent auf 515 Euro!

Dass die Müllgebühren wieder sinken, haben die Münchner sich durch fleißiges Müll trennen selbst verdient. Obwohl die Einwohnerschaft um knapp 15 000 Bürger stieg, blieb die Restmüllmenge mit 300 000 Tonnen auf Vorjahresniveau. Dagegen wurden 100 000 Tonnen Altpapier und 40 000 Tonnen Bioabfälle verwertet. Damit ist München unter den deutschen Großstädten wie schon bisher spitze.

An den Wertstoffhöfen wurden nochmals 100 000 Tonnen gesammelt. Vor allem bei Elektro-Altgeräten gab es eine Steigerung um 12 Prozent, 8600 Tonnen wurden dort abgegeben. Das sind 6,5 Kilogramm pro Einwohner, damit liegt München 60 Prozent über der EU-Zielvorgabe von 4 Kilogramm. Auch die gute Auslastung der Müllverbrennungsanlage, steigende Altpapierpreise und strenges Kostenmanagement lassen die Gebühren schrumpfen.

We

Rubriklistenbild: © Haag

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