Ab 2011 wird´s laut: Autorennen im Olympiastadion

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Heißer Reifen: Die Rennwagen der DTM beschleunigen in drei Sekunden auf 100 Stundenkilometer.

München - Seit Jahren versuchen die Manager des Olympiaparks, wieder Leben ins Stadion zu bringen. Aller Voraussicht nach werden hier ab 2011 nicht nur Rockmusiker kreischen, sondern auch die Motoren der Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM).

Es ist ja nicht so, dass gar nichts mehr los wäre im Olympiastadion. Die Rocker von AC/DC röhrten hier in diesem Jahr. Und sogar die „Queen of Pop“ Madonna gab nach 19 Jahren mal wieder ein Gastspiel in München. Trotzdem: Unterm Strich ist es seit dem Umzug der Profifußballer des FC Bayern und des TSV 1860 in die Allianz Arena ruhig geworden im olympischen Oval von 1972.

Seit Jahren versuchen deshalb die Manager des Olympiaparks mit mehr oder weniger originellen Ideen, wieder Leben ins Stadion zu bringen. Ein weiterer Schritt ist jetzt getan. Aller Voraussicht nach werden hier ab 2011 nicht nur Rockmusiker kreischen, sondern auch die Motoren der Deutschen Tourenwagen-Masters, kurz DTM genannt. Die Weichen hierfür scheinen gestellt.

Laut einem Gutachten des TÜV Süd bezüglich Lärm- und Abgasen sei die DTM möglich und unbedenklich, sagte Olympiapark-Sprecher Arno Hartung auf Anfrage des Münchner Merkur. Im Juni hatte schon der Aufsichtsrat der Parkgesellschaft dem Plan von Olympiapark-Chef Ralph Huber zugestimmt, jedoch nur „unter dem Vorbehalt der Genehmigungsfähigkeit und der städtebaulichen Verträglichkeit im Hinblick auf Olympia 2018“.

Offenbar hat das Gutachten Zweifel ausgeräumt. In den nächsten drei Wochen sollten die Verhandlungen mit der Rennserie abgeschlossen werden, sagte Hartung. Geplant sei, zunächst für drei Jahre, also bis 2013, die rund 470 PS starken Boliden auf einem Rundkurs durch das Olympiastadion flitzen zu lassen.

Dennoch: Ein klassisches DTM-Rennen wird der Auftritt im Olympiastadion nicht werden. Geplant ist eher eine Show-Veranstaltung mit einer begrenzten Anzahl an Fahrzeugen. So könnten etwa zwei Rennwagen auf einem 500 bis 600 Meter langen und mit Schikanen versehenen Kurs gegeneinander antreten. Auch die Option, zwei Fahrzeugpaare auf die Strecke zu schicken, wird erwogen. An einer Streckenführung arbeitet die DTM derzeit. Auf den recht kurzen Geraden werden Autos jedoch nicht viel schneller als 100 Stundenkilometer fahren.

Möglicherweise werden die Autorennen sogar noch länger als bis 2013 stattfinden. Es soll nämlich eine Verlängerungsoption bis 2017 geben. Ob die auch in Anspruch genommen wird, ist noch ungewiss und hängt davon ab, ob München den Zuschlag für die Olympischen Winterspiele 2018 erhält. Denn sollte gleich am Rande des Parks – auf dem Gelände des Bundeswehr-Verwaltungszentrums an der Dachauer Straße – ein Olympisches Dorf gebaut werden, müssten die Untersuchungen zu Lärm und Abgasen wohl erneuert werden.

Doch selbst, wenn die DTM-Rennen nach 2013 nicht fortgeführt werden sollte – ihren Zweck haben die Rennwagen dann erfüllt. Die Veranstaltung soll nämlich den rund 2,5 Millionen Euro teuren Umbau des Olympiastadions finanzieren. Im Herbst nächsten Jahres soll der natürliche Rasen verschwinden, ebenso die Laufbahn aus Kunststoff. Das Stadion sei danach auf festem Untergrund günstiger zu bewirtschaften und multifunktional nutzbar, sagt Park-Sprecher Hartung. Dem Besucher soll sich dennoch das Bild von heute bieten. Nur: Statt des natürlichen Grüns ist dann Kunstrasen verlegt. Und auch die Laufbahn wird dann nur zum Schein auf Beton gemalt sein.

von Matthias Kristlbauer

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