Ausnahmezustand in der Stadt

Das 7:1 versetzt München in einen Rausch

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München - Alles nur geträumt? Nein, Deutschland hat tatsächlich mit 7:1 gegen Brasilien gewonnen! Sieben zu eins! Ein unglaublicher Sieg, der die Welt verzückt – und auch unsere ganze Stadt in einen Rausch versetzt hat.

Einen Tag nach dem WM-Halbfinale herrschte Fußball-Fieber trotz Schmuddelwetter. Und eine unglaublich ausgelassene Stimmung. Motto: Deutschland hat so geil gespielt – heute ist uns alles wurscht! Denn nach dem Einzug ins Finale ist die ganze Stadt freudetrunken! So wie der Chef, der seinen Mitarbeitern einfach mal freigibt – weil es ihm wurscht ist. Ein Standl-Besitzer, der Obst verschenkt: wurscht! Eine Kellnerin, die vor lauter Gaudi ihren Gästen Freibier schenkt. Oder schwedische Chorsänger, die unsere Nationalmannschschaft so fasziniert hat, dass sie Ständchen vorm Rathaus singen: Das sind die Geschichten, die nur der Fußball schreibt. Die tz hat sie in der Stadt aufgelesen. Andreas Thieme und Ralf Kruse.

Schweden-Sänger bringen Ständchen

Sind die durchgeknallt? Nein, verzaubert! Die Schweden-Kombo Maximilian, Adam, David, Pontus und Erik (von links nach rechts) sang gestern kostenlose Ständchen für alle Deutschen vor dem Rathaus am Marienplatz. Regen? „Ist uns wurscht! Wir sind große Fans eures Fußballs und singen gerne“, erzählten die Studenten. Sie waren extra aus Schweden angereist, um im Olympiastadion zu schauen.

Er verschenkt Obst aus guter Laune

„Was für ein Spiel! Das werde ich nicht vergessen – vor allem, weil ich es im Radio angehört habe“, sagt Michael Reymann, der in der Kaufingerstraße am Obststandl arbeitet. Als Joachim Wolf (42) aus Erfurt bei ihm einkauft, schenkt er ihm glatt ein paar Kirschen – „weil ich heute so eine super Laune habe“, sagt der Verkäufer. „Ich stehe oft schon morgens um halb vier auf und muss zum Großmarkt. Nach dem tollen Sieg fiel mir das heute leicht!“

Ein Ball für den kleinen Kicker

Fußball verbindet die Welt. Und wenn man nach so einem Wahnsinns-Fußballspiel tatsächlich einen Fan vom anderen Ende der Welt trifft, dann muss auch ein kleines Geschenk her. Für Lorenzo (8) aus Südafrika gab’s deshalb einen Ball von Sport Münzinger, den der stellvertretende Geschäftsleiter Gerhard Seidl überreichte. „Der Junge hat guten Geschmack: Er trägt ein Shirt von Manuel Neuer, unserem neuen Torwart-Titan.“

Freibier für die Gäste

Freibier im Augustiner – eine absolute Ausnahme, aber gestern war Kellnerin Carmen Burchard alles wurscht. „Ich bin riesiger Fußball-Fan, und die Gäste haben mich in spannende Diskussionen verwickelt. Da habe ich spontan entschieden, ihnen eine Runde auf’s Haus zu spendieren“, sagt sie. John, Erhard, Manfred, Ligia und James haben die nette Bier-Vorlage sofort dankend verwandelt.

Der Chef pfeift früher ab

Was für ein cooler Chef! „Nach dem grandiosen 7:1-Sieg dürfen meine Mitarbeiter heute früher nach Hause gehen, weil sie sicher müde sind“, sagt Albert Dietrich (64) von der Stadtinformation. Die Telefone hat er übereinander gestapelt – und blickt wie ein Trainer kurz vorm Abpfiff mahnend auf die Uhr. Matthias Jansel (36) und Christa Bögl (65) hat’s gefreut!

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