Dabei besaß er keinen Cent

24 Fälle! Betrüger wollte sogar eine Villa kaufen

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Patrick H. (25) mit Verteidigerin Maria Kirkitadse.

München - "Ich habe in einer Traumwelt gelebt, wollte Erfolg und Anerkennung", sagt Patrick H. (25). So begründete der Transportunternehmer am Dienstag seine 15-monatige Betrugsserie, die nun mit einem Geständnis vor dem Landgericht endete.

Insgesamt 24 Mal hat H. Autos oder Möbel gekauft, Umzüge in Auftrag gegeben oder Reisen gebucht. Die Aufträge hat er aber nie bezahlt und hatte auch gar nicht genug Geld dafür. „Ich dachte nur kurzfristig daran, dass ich auffliegen könnte. Ich konnte es selbst nicht als Unrecht begreifen“, sagt Patrick H.

So ist es wohl auch zu erklären, dass er am 14. August 2014 sogar eine Villa in Grünwald besichtigt und später einen Kaufvertrag über rund drei Millionen Euro abgeschlossen hat. „Ich war mit Freunden schon im Möbelhaus und habe die Einrichtung ausgesucht“, sagt H. Den Makler täuscht er mit gefälschten Kontoauszügen, die ein Vermögen von 2,17 Millionen Euro anzeigen. Über das Geld verfügt aber gar nicht, deshalb platzt der Verkauf.

Ähnlich läuft es für Florian F. (36): Bei dem Giesinger Autohändler kauft Patrick H. einen Van für rund 38 000 Euro. Seine Bank verweigert aber die Buchung des Kaufpreises.

„Wir mussten dann eine Inkasso-Firma beauftragen, das Auto zurückzuholen“, sagt F. Drei Wochen lang dauert das, währenddessen fuhr Tobias H. schon 1000 Kilometer. „Er wirkte seriös, ich hätte so einen Betrug nie vermutet“, so der Händler.

Opfer Florian F.

Richter Philipp Stoll geht noch einen Schritt weiter: „Sie sind nicht untalentiert, anderen Leuten weiszumachen, dass Sie vermögend sind“, sagt er zu dem Betrüger. Der lächelt nur in seinem Nadelstreifenanzug, wirkt freundlich und intelligent. Den Blender erkennt man erst auf den zweiten Blick – für die Opfer zu spät. Das Urteil gegen H. soll am Montag fallen. 

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