24-Jährige mitten im Ostbahnhof vergewaltigt

München - Der Albtraum aller Frauen ist für eine junge Bruckerin am Ostbahnhof wahr geworden: Ein Mann hatte sie in eine Toilettenkabine gedrängt und vergewaltigt. Die Polizei sucht jetzt vor allem eine Zeugin.

Es geschah am helllichten Tag: Am Montag um 16 Uhr hat ein brutaler Sextäter eine 24-jährige Frau auf einer öffentlichen Toilette mitten im Ostbahnhof vergewaltigt! Die Angestellte aus Fürstenfeldbruck wollte auf Toilette bei der U-Bahn. Sie dachte, sie sei allein, als sie den Raum betrat. Doch das war ein fataler Irrtum, denn plötzlich näherte sich ihr von hinten – wie aus dem Nichts – ein Fremder.

170 Übergriffe im Jahr 2010

Eine Vergewaltigung in einer öffentlichen Toilette, mitten am helllichten Tag - statistisch gesehen kommt das so gut wie nie vor. Trotzdem: Orte wie Bahnhof, Zug, Tiefgarage und Park gelten als Angstzonen. Dabei hat die Polizei München 2010 nur zwei Vergewaltigungen an solchen Orten festgestellt. Das sind nur 1,2 Prozent aller Fälle. Insgesamt 170 Übergriffe registrierte die Polizei 2010 im Stadtgebiet, in 140 Fällen konnte sie den Täter ermitteln — darunter einen Serientäter, der für eine Vielzahl von Überfällen verantwortlich war. Nach einem leichten Anstieg im Jahr 2008 ist die Zahl der Vergewaltigungen rückläufig. Sie nahm 2010 um 23 Prozent ab, 2009 waren es noch 221 Fälle. Auch bei den überfallartigen Vergewaltigungen durch Einzeltäter gab es 2010 einen Rückgang von 50 Fällen in 2009 auf 34 im vergangenen Jahr. In 26 Prozent der Fälle waren Partner oder Ex-Partner der Opfer die Täter.

Ob der Sextäter sich bereits im WC-Bereich versteckt und nur darauf gelauerte hatte, eine ahnungslose Frau zu überfallen, oder ob er der jungen Frau schon länger gefolgt war, ist bislang unklar. Jedenfalls drängte er die 24-Jährige in eine Kabine und verschloss die Tür. Anschließend vergewaltigte er die Frau auf der Toilette, obwohl diese sich verzweifelt wehrte und um Hilfe schrie. Das Martyrium endete erst, als eine andere Frau die Toilette betrat und die Hilferufe und die verdächtige Geräusche aus der Kabine hörte. Energisch drohte sie damit, die Polizei zu rufen. Daraufhin flüchtete der Täter. Leider verließ auch die Zeugin den Tatort, ohne dem Opfer ihre Identität mitzuteilen. So war die 24-Jährige nach der Tat plötzlich ganz alleine im WC-Bereich — und stand dabei völlig unter Schock. „Deshalb rief sie weder die Polizei noch die U-Bahnwache, sondern fuhr alleine zu einem Arzt“, erklärte Polizeisprecher Damian Kania. Die junge Frau setzte sich also in die S-Bahn und begab sich in ein Krankenhaus im Landkreis zu einem Arzt ihres Vertrauens. Dieser informierte, nachdem er Frau untersucht hatte, um 18.20 Uhr die Polizei. „Wir haben an dem geschilderten Tatgeschehen keine Zweifel“, betonte Polizeisprecher Kania.

Nun sucht die Polizei die unbekannte Retterin, die mit ihrer Drohung den Täter vertrieb. „Es wäre sehr wichtig für uns, dass sich die Zeugin meldet“, so Kania. Außerdem hoffen die Ermittler, dass der Täter auf dem Weg zum Tatort oder bei seiner Flucht von Überwachungskameras der Bahn gefilmt wurde.

 

Susanne Sasse

Täterbeschreibung: Ca. 30 Jahre alt, ca. 1,70 Zentimeter groß, dick, hellblonde, glatte, kurze Haare, Brillenträger, unrasiert; bekleidet mit schwarzer Kunstlederjacke und schwarzer Jeans;

Zeugenaufruf: Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, insbesondere die Frau, die der Geschädigten zu Hilfe kam, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 15, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

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Rubriklistenbild: © Westermann

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