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30.000 Kilometer näher als sonst - und hell wie nie: München bestaunt den Super-Mond

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Von: Andreas Thieme

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Dicht an dicht standen die Fans Mittwochabend auf dem Olympia-Berg. Aber sie hielten nicht etwa Ausschau nach Kino-Star Johnny Depp (59), der im Tollwood-Zelt ein Konzert gab. Sondern schauten gebannt Richtung Himmel und machten Fotos vom Super-Mond.

München - Denn der befand sich in den vergangenen Tagen auf seiner Umlaufbahn am nächsten Punkt zur Erde. „Im Durchschnitt ist der Mond rund 384 400 km von der Erde entfernt“, sagt Christian Ehmann vom Deutschen Wetterdienst München. Am Mittwoch seien es aber etwa 30 000 Kilometer weniger gewesen. „Dadurch erschien der Mond um sieben Prozent größer und um 14 Prozent heller als in der kleinsten Variante.“ Als „eindrucksvoll und gewaltig“ beschreibt auch Meterologe Dominik Jung von wetter.net das Spektakel am Himmel.

Das Sommer-Wetter unterstützte den Super-Mond: „Zwar zogen einige Wolkenfelder durch, dazwischen gab es aber auch Lücken“, sagt Ehmann. Seit gestern Nacht und bis zum Samstag ziehe nun eine Kaltfront durch, die Wolkenfelder mit sich bringt. „Zwar wird der Mond dann nicht mehr als Vollmond in Erscheinung treten, doch - sofern es die Wolken zulassen - weiterhin hell am nächtlichen Himmel leuchten.“

Supermond in München
Bild einer früheren Supermond-Sichtung am Münchner Flughafen. © Peter Kneffel/dpa

Der Supermond vom Mittwoch war sogar der „größte“ Vollmond des Jahres 2022, bestätigt Björn Wirtjes von der Volkssternwarte München. Natürlich hat der Mond an sich immer dieselbe Größe, entscheidend sei aber seine Entfernung zur Erde, von der dann auch die Sichtbarkeit abhängt.

München: Super-Mond war nur noch 354.400 Kilometer von der Erde entfernt

Hier unterscheiden Experten zwischen Perigäum (Erdnähe) und Apogäum (Erdferne). Denn beide unterscheiden sich beträchtlich - auch durch die Einwirkung der Sonne. Stand der Super-Mond am Mittwoch also nur etwa 354 400 Kilometer von der Erde entfernt, kann er in extremer Erdferne auch 405 500 Kilometer weit weg sein. „Dann spricht man von einem Mini-Mond“, erklärt Wirtjes. „Daher gibt es bei Sonnenfinsternissen manchmal auch nur eine ringförmige Finsternis, weil der Mond gerade zu weit weg ist und daher zu klein erscheint, als dass er die Sonne ganz bedecken könnte.“ Bis zu 30 Prozent heller leuchtet der Super-Mond als ein Mini-Mond. Davon haben sich die Münchner am Olympiaberg selbst überzeugt.

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