Dauerparkerin soll Tausende Euro zahlen

Tiefgaragen-Boss: Warum ich fast zehn Jahre wartete

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In dieser Tiefgarage hat eine Münchnerin ihr Auto neun Jahre lang geparkt.

München - Vor neuneinhalb Jahren hat eine Münchnerin ihr Auto in einer Parkgarage abgestellt - und nie wieder abgeholt. Jetzt verklagt der Betreiber sie auf Tausende Euro und verrät uns, warum er so lange gewartet hat.

 

Claudia B. soll 7461,30 Euro Parkgebühren zahlen. Claus Schnell, Geschäftsführer der Bavaria Parkgaragen GmbH, die die "Parkgarage Hacker-Saturn" betreibt, bestätigte den Betrag auf Anfrage von merkur-online.de. Die Münchnerin hatte ihren weißen Mitsubishi Colt einem Bericht von "Focus  Online" zufolge vor neuneinhalb Jahren, am 24. November 2003, in eben jener Tiefgarage in der Schwanthalerstraße in der Ludwigsvorstadt abgestellt - und war seither nie wieder aufgetaucht, um den Wagen abzuholen. Seitdem sind 3472 Tage vergangen.

Schnell will jetzt fast siebeneinhalbtausend Euro von ihr - und das ist bereits wohlwollend kalkuliert. Bei regulärer Hochrechnung seien sogar 69.440 Euro fällig. Der Parkgaragen-Betreiber legt in diesem Fall jedoch den Monatstarif zu Grunde. "Normalerweise holen die Kunden ihr Auto wieder ab, weil sie es brauchen. In dem Auto befinden sich außerdem private Sachen wie Kontoauszüge und Vertragsunterlagen", erklärte Schnell gegenüber "Focus Online".

Die Zeit arbeitet für den Tiefgaragen-Betreiber

Trotzdem ist die Dauerparkerin für ihn eher ein Grund zur Freude als ein Ärgernis, gesteht der Geschäftsführer der Bavaria Parkgaragen GmbH gegenüber merkur-online.de. Nachdem er 2004 über den nicht abgeholten Mitsubishi informiert worden war und die Polizei ein Verbrechen ausgeschlossen hatte, informierte er die ermittelte Halterin. Claudia B. versprach, ihren Wagen abzuholen. Doch als sie das nicht tat, arbeitete die Zeit für Schnell. Denn jeder weitere Tag, den das Auto in der "Parkgarage Hacker-Saturn" steht, bringt Geld.

Schnell bestätigt gegenüber merkur-online.de, dass er in solchen Fällen - und die seien gar nicht so selten, wie manche meinen, - einfach warte, bis die Parkgebühren so hoch sind, dass sich ein Gerichtsverfahren für seine Firma lohnt.

Im Fall von Claudia B. hat das mehr als neun Jahre gedauert. Zwar ist der Mitsubishi nichts mehr wert: "Der ist reif für die Schrottpresse“, so Betreiber Schnell. Doch zahlen soll die Dauerparkerin trotzdem. Ein Gericht muss nur noch die Schuldigkeit der Mieterin feststellen.

Wenn sie anschließend nicht zahlen könne, komme es unter Umständen auch zu einer Privatinsolvenz, erklärt Schnell. Für den Geschäftsmann ist das alles eigentlich keine große Sache: "Das ist nichts Ungewöhnliches. Ich habe da mehrere solche Autos." Zwei oder drei ähnliche Fälle gebe es zum Beispiel in einem seiner Parkhäuser in Berlin.

mm

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