Vorstoß von CSU, Linken und ÖDP stößt auf offene Ohren – Grüne und SPD sehen Freistaat in der Pflicht

Große Zustimmung für 365-Euro-Ticket - aber Söder in der Pflicht: „Wenn er es finanziert, nehmen wir es gerne“

Das 365-Euro-Ticket soll in München mehr Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen
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Das 365-Euro-Ticket soll in München mehr Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen.

Der Vorschlag eines 365-Euro-Tickets für alle Münchner findet große Zustimmung bei den Fraktionen im Münchner Rathaus. FDP und Grüne begrüßen den Vorstoß von CSU, ÖDP, Freien Wählern, Linke und Die Partei. Allerdings müssten einige Voraussetzungen erfüllt sein.

Wie berichtet, wollen die Oppositionsparteien den Münchnern ermöglichen, im gesamten Netz des Münchner Verkehrsverbundes (MVV) für lediglich einen Euro am Tag unterwegs zu sein. Diese Ticketsubvention würde den städtischen Haushalt mit vermutlich 110 Millionen Euro belasten. Das Geld würde die Stadt dem MVV überweisen, damit dieser wiederum keine Mindereinnahmen hat und den Ausbau des Nahverkehrs weiter vorantreiben kann.

Fritz Roth (FDP) hält es in dem Zusammenhang für unerlässlich, dass dieser städtische Zuschuss die kommunale Kasse nicht zusätzlich belastet. „Wir wollen eine Klärung der Finanzierung. Wenn das Geld umgeschichtet wird, ist das in Ordnung.“ Die Forderung nach einem 365-Euro-Ticket habe die FDP in ihrem Kommunalwahlprogramm festgehalten, daher würden die Liberalen grundsätzlich mitgehen. Gleichzeitig müsste aber der Ausbau des Nahverkehrs forciert werden, sagt Roth. „Wenn durch ein solches Ticket die Attraktivität erhöht werden soll, muss die Kapazität deutlich erhöht werden. Die Öffentlichen sind in den Hauptverkehrszeiten doch bereits an den Grenzen.“

Paul Bickelbacher (Grüne) sieht es ebenso als Ziel seiner Partei, das 365-Euro-Ticket auf alle MVV-Fahrgäste auszudehnen. Selbst, wenn die Finanzierung derzeit schwierig sei. „Viel wird davon abhängen, inwieweit sich Ministerpräsident Markus Söder an sein Versprechen gebunden fühlt, das 365-Euro-Ticket für alle finanziell zu ermöglichen.“ Bickelbacher sieht in dem Zusammenhang eine mögliche City-Maut als Triebfeder. „Die Einnahmen könnten die Finanzierung erleichtern.“

Auch die SPD pocht darauf, dass Markus Söder in der Verantwortung stehe. SPD-Stadtrat Nikolaus Gradl: „Er hat uns im Landtagswahlkampf das 365-Euro-Ticket versprochen. Wenn er es auch finanziert, nehmen wir es sehr gerne hier in München.“

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