1. tz
  2. München
  3. Stadt

In München: 3G-Nachweis im ÖPNV - So liefen die Kontrollen am ersten Tag

Erstellt:

Von: Phillip Plesch

Kommentare

Den 3G-Nachweis bitte: Im Zuge einer Schwerpunktkontrolle prüften Mitarbeiter der MVG gestern am U-Bahnhof Stachus den Status der Fahrgäste.
Den 3G-Nachweis bitte: Im Zuge einer Schwerpunktkontrolle prüften Mitarbeiter der MVG gestern am U-Bahnhof Stachus den Status der Fahrgäste. © Balk/dpa

Seit Mittwoch gilt in Bus und Bahn die 3G-Regel. Vorab stellten sich viele die Frage, wie die Nachweise kontrolliert würden. MVG und Polizei gaben die Antwort.

Leicht verwundert riss so mancher Fahrgast die Augen auf oder hob zumindest eine Augenbraue. Denn: Am U-Bahnhof Karlsplatz erwartete einen am Mittwochvormittag ein nicht alltäglicher Anblick. Am oberen Ende der Rolltreppe warteten etwa 20 Mitarbeiter der MVG. Mit gelben Westen bekleidet, standen sie dort in zwei Ketten aufgereiht – und kontrollierten Fahrkarten und 3G-Nachweise.

Seit Mittwoch gilt im öffentlichen Nahverkehr nämlich 3G. Fahrgäste müssen in Bus, Bahn und Tram also geimpft, genesen oder getestet sein. Am Stachus wurde gleich mal eine Schwerpunktkontrolle gemacht, um zu zeigen, wie es laufen kann. Wer keinen Nachweis hatte, kam entweder gar nicht erst rein – oder musste ein Bußgeld bezahlen. 55 Euro wegen einer Ordnungswidrigkeit werden fällig.

Das erste Fazit der MVG fällt positiv aus

Von etwa 1200 Fahrgästen hatten laut MVG nur 26 keinen 3G-Nachweis. Das Fazit fiel also positiv aus: Es zeige, dass die 3G-Regel im ÖPNV in München gut angelaufen sei, hieß es. Unterstützt wurden die Kontrolleure, die neben dem Fahrschein nun eben auch den 3G-Nachweis checken, von der Polizei.

„Das ist aber nicht das Hauptaugenmerk der Beamten“, sagte Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer. Sie machte sich am Stachus selbst ein Bild von der Lage und hielt mit ihrer Kritik nicht zurück. Sie halte die Regelung zwar für sinnvoll und nachvollziehbar, doch das werde nicht die entscheidende Maßnahme sein, um die vierte Welle zu brechen.

Ministerin Schreyer fordert Nachbesserungen

Schreyer sagte: „Logisch, dass es kontrolliert werden muss, aber der Bund hat die Regel beschlossen, also muss er sich überlegen, wie das umgesetzt wird, und Personal zur Verfügung stellen.“ Zudem forderte sie, dass ein neuer Rettungsschirm aufgelegt werde, um finanzielle Einbußen auszugleichen. Denn: „Wir dürfen es nicht auf dem Rücken der Verkehrsbetriebe austragen, wenn nun weniger Leute den ÖPNV nutzen.“ Die Regelungen seien nicht bis zum Ende durchdacht und es müsse Nachbesserungen von der Ampel geben, legte die Ministerin nach.

Eines wird am Mittwochmorgen schnell klar: Alle Fahrgäste werden in Zukunft – wie auch bei Fahrscheinen – nicht kontrolliert. Michael Dibowski, Vizepräsident der Münchner Polizei, erklärt: „Es wird Schwerpunktkontrollen wie hier geben und in Zügen gemeinsam mit der MVG kontrolliert – das machen wir sonst auch, legen jetzt nur den Schwerpunkt auf 3G.“ Seine Botschaft: „Seien Sie verantwortungsvoll und bringen einen 3G-Nachweis mit.“ Den brauche man für die Arbeit ja auch.

Und für die Fahrgäste in Bus und Bahn ist in Zukunft eines ganz wichtig: Auf jeden Fall genug Zeit einplanen!

Auch interessant

Kommentare