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40 Jahre Optimal – Münchner Kammerspiele ausverkauft

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Grelle Show! Die Münchner Supergroup „What are people for?“ brachte das Publikum in den Münchner Kammerspielen zum Tanzen.
Grelle Show! Die Münchner Supergroup „What are people for?“ brachte das Publikum in den Münchner Kammerspielen zum Tanzen. © Bodo-Klaus Eidmann

In Laufe von nunmehr 40 Jahren hat der Münchner Optimal Musik- und Schallplattenladen weit über die Grenzen der bayerischen Hauptstadt Bedeutung erlangt und feierte den Anlass mit einem grandiosen Konzertabend in den Münchner Kammerspielen und DJ-Auftritten in der Roten Sonne.

München – „Danke, danke, danke“, sagte Christos Davidopoulos, Chef des Münchner Optimal-Schallplattengeschäfts, anlässlich des runden Geburtstages in den restlos ausverkauften Kammerspielen in München. „40 Jahre Optimal – ohne Euch wäre das nicht möglich gewesen“, so seine Worte an das Publikum.

„Kultur ist Nahrung“, betonte Optimal-Mitbegründer Peter Wacha (DJ Upstart) und schloss eine Kritik an der Situation der Kreativ- und Musikszene in München an. Der Platz wird immer knapper, die Mieten werden immer höher. „Wenn unsere Miete erhöht werden sollte, wüssten wir nicht wohin!“ Doch daran wollte an diesem schönen Abend niemand denken, denn die 40 Jahre Optimal-Konzertfeier entwickelte sich zum großen „Familientreffen“ der Musikszene.

Stimmungsvoll! Die Münchner Kammerspiele präsentierten die Auftritt mit tollen Beleuchtungseffekten; auch der Sound war klasse.
Stimmungsvoll! Die Münchner Kammerspiele präsentierten die Auftritt mit tollen Beleuchtungseffekten; auch der Sound war klasse. © Bodo-Klaus Eidmann

Eine Überraschung zum Auftakt! Die Londoner Folk-Sängerin Naima Bloch mit ihren drei Musikern ist ein „staff pick“ (engl. Empfehlung der Optimal-Crew), die mit ihren zarten, düsteren Folk-Songs Stimmung in die Räumlichkeiten der Münchner Kammerspiele brachte. Melancholischer Folk ab und zu mit Saxophon! Mit den Worten „A great place to be“ (engl., ein großartiger Platz, um hier zu sein) bedankte sie sich beim Auditorium, obwohl die Besucher sich im von Stühlen freigeräumten Parkett während des Konzerts hörbar unterhielten. Zugegeben: Bei einem solchen „Familientreffen“ der Kreativszene nach den Corona-Beschränkungen gab es sicherlich einiges auszutauschen.

Die zweite Empfehlung des Musik-Teams ist die Band „What are people for?“. Diese Münchner Superband um die Performance-Künstlerinnen Anna McCarthy (Schwester des ehemaligen Franz Ferdinand-Mitglieds Nick McCarthy) und Paulina Nolte ließ mit krachenden Electro-Pop Songs wie „Bring back the dirt“ und „I got a gun and don´t know how to use it“ jede Unterhaltung verstummen. „What are people for?“ hat bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht, trat sie unter anderem schon beim PUCH-Musik-Festival 2022 (veranstaltet von Peter Wacha) auf. Musikalisch unterstützt werden die beiden Künstlerinnen von Schlagzeuger Tom Wu und Multiinstrumentalistin Manuela Rzytki, die bei einem der Songs ihr Keyboard verließ und heiße Tanzschritte auf die Bühne legte, um das begeisterte Publikum noch mehr anzufeuern.

Gut gefüllt! Restlos ausverkauft war der Konzertabend, so dass nicht nur das Parkett, sondern auch die Ränge gut gefüllt waren.
Gut gefüllt! Restlos ausverkauft war der Konzertabend, so dass nicht nur das Parkett, sondern auch die Ränge gut gefüllt waren. © Bodo-Klaus Eidmann

Eng verbunden mit 40 Jahre Optimal ist die Münchner Band Freiwillige Selbstkontrolle (F.S.K.) mit Frontmann Michael Meinecke. Der Musiker und Schriftsteller kaufte einst von Peter Wacha aus dessem „Bauchladen“ schwer zu beschaffende Independent-Vinyl-Singles (als es Optimal noch gar nicht gab). Peter Wacha zog einst mit einem kleinen Koffer mit Singles von Club zu Club, um seine Lieblingsmusik unter die Menschen zu bringen. Aus diesen Anfängen entwickelte sich der Gedanke ein Musikgeschäft zu gründen, um sogenannter Nischenmusik eine Plattform zu geben. „Wir wollten den Majors (engl., großen Musikfirmen) etwas entgegensetzen“, so Wacha. Die Münchner Avantgarde-Band F.S.K. spielte als dritte Band an diesem Abend nicht nur „Klassiker“ wie „Äpfel, Bieren“, sondern auch noch unveröffentlichtes Musikmaterial“ wie „Armorbach Revistited“ (in Anlehnung an den Lieblingsort von Theodor W. Adorno). Die heute aktueller denn je klingende Mischung aus New Wave und NDW sorgte dafür, dass weitergetanzt wurde .Rundum glücklich über den Verlauf des Musikabends zeigte sich Sebastian Reier, verantwortlich für das Musikprogramm der Münchner Kammerspiele. Bodo-Klaus Eidmann

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