Bis zu 40.000 Tauben leben in München

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Zwischen 30.000 und 40.000 Tauben flattern durch München.

München - Sie gelten vielerorts als “Ratten der Lüfte“: Stadttauben. Der Hessische Landesgerichtshof muss entscheiden, ob die Vögel offiziell als Ungeziefer anzusehen sind. In München sind die Tiere längst zum großen und teuren Problem geworden.

Sind Tauben Ungeziefer oder nicht? Darüber muss der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel entscheiden. Ein Jäger hatte geklagt, weil er die Tiere fangen, töten und an Falken verfüttern will. Das darf er aber nur, wenn die Tiere als Ungeziefer eingestuft werden. Auch in der bayerischen Landeshauptstadt sind die Tauben zum Problem geworden. Zwischen 30 000 und 40 000 Tiere leben in München.

“Die Zahl ist eine grobe Schätzung“, erläuterte eine Sprecherin des Münchner Gesundheitsreferates am Donnerstag auf Anfrage. Das seien im Vergleich mit anderen Städten nicht übermäßig viele. Auch wenn es sich auf manchen Plätzen in München anders anfühlen könne - die Zahl der Tauben bleibe seit Jahren weitgehend konstant. “Es gibt aber sicher Schwerpunkte wie beispielsweise den Marienplatz, wo es einfach ein großes Nahrungsangebot für die Tiere gibt.“

Nichtsdestotrotz machen die Tauben Schwierigkeiten: Jede Taube produziert nach Angaben der Stadt zwischen zehn und zwölf Kilogramm Kot im Jahr - das macht eine Gesamtmenge von jährlich bis zu 480 Tonnen allein in München. Der Kot schadet Gebäuden, Baudenkmälern und Kunstwerken - und verursacht Schäden in Millionenhöhe, wie es in einer Broschüre der Stadt heißt. Aus diesem Grund herrscht in der Stadt Fütterverbot. Außerdem gibt es inzwischen Taubenhäuser, in denen die Tiere brüten können. Dort werden ihre Eier mitunter durch Attrappen ersetzt, um die Population in Grenzen zu halten.

Hätten Sie es gewusst? So alt werden Tiere

Ameisen werden bis zu sieben Jahre alt. © dpa
Bären werden bis zu 50 Jahre alt. © dpa
Eintagsfliegen werden nur einen Tag alt. © dpa
Elefanten werden bis zu 85 Jahre alt. © dpa
Enten werden bis zu 22 Jahre alt. © dpa
Füchse werden bis zu 15 Jahre alt © dpa
Hirsche werden bis zu 35 Jahre alt. © dpa
Hunde werden bis zu 15 Jahre alt. © dpa
Kakadus werden bis zu 100 Jahre alt © dpa
Kanarienvögel werden bis zu 22 Jahre alt. © dpa
Karpfen werden bis zu 120 Jahre alt. © dpa
Katzen werden bis zu 15 Jahre alt © dpa
Kröten werden bis zu 40 Jahre alt. © dpa
Krokodile werden bis zu 50 Jahre alt. © dpa
Löwen werden bis zu 35 Jahre alt © dpa
Maikäfer werden bis zu sechs Wochen alt. © dpa
Mäuse werden bis zu drei Jahre alt. © dpa
Nashörner werden bis zu 50 Jahre alt. © dpa
Pferde werden bis zu 40 Jahre alt. © dpa
Regenwürmer werden bis zu zehn Jahre alt. © dpa
Riesenschildkröten werden bis zu 180 Jahre alt. © dpa
Schimpansen werden bis zu 40 Jahre alt. © dpa
Manche Schmetterlinge werden nur einen Tag alt. © dpa
Steinadler werden bis zu 100 Jahre alt. © dpa
Uhus werden bis zu 70 Jahre alt. © dpa
Wale werden bis zu 120 Jahre alt. © dpa
Wespen werden bis zu einem Jahr alt. © dpa
Wildgänse werden bis zu 80 Jahre alt. © dpa

Zahlreiche Bürger versuchen bereits, sich mit Netzen vor den Tieren zu schützen, die mit Vorliebe auf Balkonen nisten. Bei vielen städtischen Neubauten würden diese Vorrichtungen bereits in die Baukosten eingerechnet, sagte eine Sprecherin des Baureferates.

Tauben gelten als “kommunalhygienisches Problem“ - auch weil sie in seltenen Fällen Allergien auslösen und Bakterien und Krankheiten wie Ornithose übertragen können, eine grippeähnliche Krankheit mit Schüttelfrost, hohem Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sowie oft auch Reizhusten. In München gab es in diesem Jahr nach Angaben des Roland-Koch-Institutes (RKI) aber bislang keinen einzigen Erkrankungsfall, bayernweit liegt die Zahl nach RKI-Angaben seit Jahresbeginn bei drei Fällen, deutschlandweit bei zehn.

Sogar Vogelschützer halten die Zahl der Tauben in deutschen Städten für zu hoch - darum könnten sie auch bekämpft werden. “Straßentauben sind keine Wildvögel, sondern verwilderte Haustauben“, sagte Klaus Richarz, Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte in Frankfurt, der Nachrichtenagentur dpa. Es sei nichts dagegen einzuwenden, wenn die Zahl der Vögel nach tierschutzrechtlichen Maßstäben reduziert werde. Tote Tauben an Tiere zu verfüttern, hält Richarz für denkbar.

dpa

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