Wegen Untreue verurteilt, aber 4500 Euro Rente mit 60!

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Ex-Gewofag-Chefin Maria Knauer

München - Maria Knauer, Ex-Chefin der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewofag, ist nach einer Verurteilung einem Disziplinarverfahren zuvorgekommen. Jetzt kassiert sie eine fürstliche Rente.

Mit 60 Jahren ist Maria Knauer (SPD), Ex-Chefin der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewofag, eigentlich noch zu jung für die Pension. Sie wurde im Juli 2010 gefeuert, nachdem das Amtsgericht München sie wegen Untreue während ihrer vormaligen Tätigkeit als Verwaltungsdirektorin im Klinikum Harlaching verurteilt hatte – zu 140 Tagessätzen à 250 Euro, insgesamt 35 000 Euro. Sie hatte einem leitenden ­Angestellten ohne Rechtsgrundlage 30 000 Mark zusätzlich zum Gehalt zukommen lassen.

Im April scheiterte Knauer mit einer Klage gegen die Entlassung. Eigentlich hätte sie Anspruch auf Rückkehr in den städtischen Beamtendienst, weil sie vor ihren Tätigkeiten bei den städtischen Unternehmen Chefin des Sozialamtes war.

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Die Stadt leitete 2010 ein Disziplinarverfahren ein mit dem Ziel, Knauer aus dem Beamtenverhältnis zu entfernen, sie hätte damit auch ihre Pension verloren. Automatisch werden Beamte aber erst nach 365 Tagessätzen gefeuert. Jetzt zog Knauer die Notbremse: Sie ließ sich am Mittwoch in nicht öffentlicher Sitzung vom Stadtrat wegen Krankheit in den Ruhestand versetzen und bekommt nun 4500 Euro Rente. Der Personalreferent der Stadt Thomas Böhle zur tz: „Das Disziplinarverfahren ist weiterhin anhängig.“ Knauer muss also weiter um ihre Pension fürchten.

Johannes Welte

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