„Unglaublich“

48-Stunden-Drama: Münchner erleben Urlaubs-Albtraum auf Gran Canaria

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Das Urlaubsgefühl war schlagartig kaputt, sagen Philipp Borsian und Julia Preisigke

Der Albtraum vieler Urlauber: Rund 48 Stunden saßen Philipp Borsian (29) und Julia Preisigke (30) auf Gran Canaria fest. Gleich zweimal konnte ihr Flieger nicht starten.

München - Am 9. August stiegen die Münchner in eine Maschine der litauischen Charterfluggesellschaft Avion Express, Partner von Condor. Gegen 17.30 Uhr sollte es losgehen. „Mit leichter Verspätung rollten wir in Richtung Startbahn“, sagt Borsian. Kurz darauf befand sich der Flieger wieder in der Parkposition. „Unglaublich, was wir dann erlebt haben“, schimpft der Münchner. Condor entschuldigt sich auf Nachfrage bei den Passagieren. „Wir arbeiten daran, ähnliche Situationen in Zukunft zu vermeiden“, so Sprecherin Susanne Rihm.

Borsian berichtet, dass die Passagiere ewig im Flieger saßen. Bei immer heißeren Temperaturen. Im Cockpit wurde getüftelt, um die technischen Probleme zu lösen. Ohne Erfolg: „Nach zweieinhalb Stunden ließ die Crew uns endlich aussteigen.“

Am nächsten Tag Versuch Nummer zwei: Um 11 Uhr ging es wieder zum Flughafen. Doch: „Leider war es der Flieger vom Vortag.“ Und der immer noch defekt. Auf den Vorschlag des Kapitäns, während der 40-minütigen Wartung im Flieger zu bleiben, reagierten die Passagiere mit einem lauten ‚Nein‘! „Diesmal durften alle sofort austeigen. Die Passagiere weigerten sich, mit dem Flugzeug zu fliegen. Also wieder Hotel …

Am nächsten Tag stand endlich ein anderes Flugzeug bereit. „Condor hatte ein Einsehen und holte uns ab“, lobt Philipp Borsian. Für ihn bleibt eine Frage: „Wieso lässt Condor es zu, dass so etwas passieren kann?“ Die Fluggesellschaft spiele mit dem Vertrauen der Kunden.

„Wir sind uns bewusst, dass diese Erfahrung für alle Fluggäste sehr unangenehm ist und sie zurecht einen besseren Service von uns erwarten“, gibt Condor-Sprecherin Rihm zu. Das Flugzeug der Partner-Airline habe aufgrund einer technischen Fehlermeldung nicht starten können. „Es wurde versucht, den Fehler direkt zu beheben.“ Zu diesem Zeitpunkt sei noch nicht klar gewesen, dass ein Ersatzteil eingeflogen werden musste. Dieses wurde am nächsten Tag eingebaut. „Leider erschien die Fehlermeldung vor dem Start erneut. Diese Umstände tun uns außerordentlich leid“, bedauert Rihm. Für die Verspätung des Fluges werde allen Passagieren die gesetzlich geregelte Entschädigung angeboten.

Recht auf Entschädigung: Das sollten Fluggäste wissen

Ab mehr als drei Stunden Verspätung gilt laut EU-Veordnung: Recht auf Entschädigung! Ausnahme: Etwa bei Wetterproblemen. Wichtig: Der Flug muss aus der EU starten oder ein Ziel in der EU haben und von einer EU-Airline durchgeführt werden. Bei Flügen von 1500 Kilometern oder weniger gibt’s 250 Euro, bei Flügen innerhalb der EU und Flügen über eine Entfernung von weniger als 3500 Kilometern 400 Euro Entschädigung. 600 Euro bekommen Gäste, die Flüge außerhalb der EU und über eine Entfernung von mindestens 3500 Kilometern gebucht haben. Im Gran Canaria-Fall haben beide Betroffene also Anspruch auf eine Entschädigung von je 400 Euro, so eine ADAC-Sprecherin. Weil der Flug gleich zweimal verschoben wurde, könnten es sogar 800 Euro pro Person sein. „Das ist noch nicht abschließend juristisch geklärt.“

B. Wenninger, R. Weise

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