Schrecklicher Unfall: Mann wird von U-Bahn mitgeschleift und stirbt

Schrecklicher Unfall: Mann wird von U-Bahn mitgeschleift und stirbt

50 Jahre Strafarbeit

Die Politesse der ersten Stunde spricht

Liane Christerer und ihre Kolleginnen haben 1965 im Dienst maßgeschneiderte Kostüme und fesche Lack-Slipper getragen.

München - 50 Jahre ist es nun her, dass Münchens erste Politessen den Dienst aufgenommen haben. In der tz spricht die Frau der ersten Stunde.

Liane war eine von nur 25: Am Mittwoch vor genau 50 Jahren nahmen Münchens erste Politessen den Dienst auf. Der ehemalige Polizei-Chef Manfred Schreiber hatte die Initiative ins Leben gerufen. Auf das Zeitungs-Inserat hatten sich damals 320 Frauen beworben. Eine davon war Liane Christerer. Beworben hat sich heutige Rentnerin (76) damals eigentlich nur aus Gaudi: „Eigentlich bin ich ja gelernte Verkäuferin. Ich wollte nur mal schauen, ob die mich da nehmen würden.“ Eine schriftliche und eine mündliche Prüfung später, hatte Christerer es geschafft: „Wir waren schon die Elite, kann man sagen“, erzählt sie stolz.

Liane Christerer.

Dass die gebürtige Linzerin überhaupt nach München gekommen ist, hat sie einem zu Kriegszeiten in Österreich geltenden Gesetz zu „verdanken“. Wer während des Zweiten Weltkriegs mit einem Deutschen verheiratet war, hatte die Wahl: Scheidung oder Ausweisung. „Ich bin ein Kind der Liebe, und leider hat sich meine Mutter ausweisen lassen“, bedauert die 76-Jährige. Der Umzug war für die damals Siebenjährige ein wahrer Kulturschock: „Stellen sie sich mal vor, sie wachsen in der ländlichen oberösterreichischen Idylle auf und kommen in diese riesige Stadt. Das ist nicht einfach.“

Einfach war auch der Job nicht immer. In den fünf Jahren ihrer Anstellung, wollte Liane Christerer zweimal alles hinschmeißen, zweimal konnten Chef und Kollegen sie zum Weitermachen überreden. Beim ersten Mal hatte sie eine Kollegin beim Chef angeschwärzt: „Wissens, ich war nie eine von den Jägern, die alles und jeden aufgeschrieben haben. Ich hab mich halt immer in die Situation der Leute hineinversetzt. Da drückt man schon mal ein Auge zu.“ Beim zweiten Mal wurde sie am Altheimer Eck aus einem Bürofenster heraus mit benutzten Teebeuteln beworfen.

Missen möchte die Rentnerin die Zeit, in der Falschparken noch zwei Mark kostete, trotzdem nicht. Wenn sie von den maßgeschneiderten Uniformen erzählt, leuchten auch nach 50 Jahren noch ihre Augen: „Das Sommerkostüm war von Ralph, das für den Winter von Louisoder und die passenden Hüte dazu gab’s von Breiter. Das waren die besten Adressen in München.“

Auch interessant

Kommentare