617.000 Euro Schaden: Dreister Bertrüger vor Gericht 

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Wegen Bandenbetrugs in 38 Fällen mit einem Schaden von rund 617.000 Euro muss sich seit Dienstag ein 21-jähriger Mann vor dem Landgericht München verantworten.

München - Wegen Bandenbetrugs in 38 Fällen mit einem Schaden von rund 617.000 Euro muss sich seit Dienstag ein 21-jähriger Mann vor dem Landgericht München verantworten. Die Masche des Betrügers war äußerst dreist. 

Eine 55 Jahre alte Frau sitzt wegen drei Fällen mit auf der Anklagebank. Die Angeklagten sollen ihren gutgläubigen Opfern hohe Anteile an Millionenvermögen versprochen haben, wenn sie beim Transfer des Geldes nach Deutschland helfen. Fängt ein Interessent Feuer, lassen sich die Schwindler angeblich anfallende Gebühren für Ausfuhr und Zoll erstatten und verschwinden.

Die Polizei registriert diese Art des Vorschussbetrugs seit den 1970er-Jahren unter dem Stichwort “Nigeria-Connection“, weil damals vor allem nigerianische Banden in unzähligen Fällen ihren Opfern hohe Gewinne versprachen.

Im konkreten Fall nahmen die Betrüger Kontakt zu Besitzern teurer Autos auf, die ihre Fahrzeuge zum Verkauf anboten. Als “Käufer“ meldete sich ein “Captain aus dem Irak“, der beim Verkaufsgespräch erwähnte, er wolle etwa 15 Millionen US-Dollar nach Deutschland transferieren und benötige dabei Unterstützung, die ihm 30 Prozent der Summe wert sei.

Laut Anklage trat nun der 21-Jährige als Vermittler auf den Plan. Der angebliche Diplomat forderte Gebühren für “Unbedenklichkeitsbescheinigungen“ und ähnliche Zertifikate. Er soll zwischen April und November 2009 sieben zahlungskräftige Opfer gefunden haben, die vier- bis sechsstellige Beträge locker machten. Hauptgeschädigter ist ein Manager, der allein knapp 464 000 Euro in sechzehn Tranchen bezahlt haben soll. Der Prozess ist auf sechs Tage angesetzt.

dpa

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