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Wirbel um Tatort-Star: Udo Wachtveitl verklagt die Stadt München

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Von: Andreas Thieme

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Udo Wachtveitl spielt seit 1991 im Münchner Tatort
Udo Wachtveitl spielt seit 1991 im Münchner Tatort © Tobias Hase

Tatort-Schauspieler Udo Wachtveitl (63) hat Ärger in seiner Nachbarschaft. Weil das Kolpingwerk einen Anbau von der Stadt genehmigen ließ, hat Wachtveitl die Lokalbaukommission verklagt.

München - Millionen Fans lieben Schauspieler Udo Wachtveitl (63) als Kommissar Leitmayr im Münchner Tatort. Dort ermittelt er akribisch und zeigt sich bisweilen auch eigenwillig. Genau das kriegt jetzt auch die Stadt München zu spüren: Denn Wachtveitl klagt vor dem Verwaltungsgericht gegen einen Bescheid aus dem Rathaus.

Konkret geht es um eine Baugenehmigung in der Entenbachstraße 37. In der Au hat das Kolping-Bildungswerk München und Oberbayern seinen Sitz. Nach Informationen unserer Redaktion soll vor Ort ein Lagerraum für Bühnenteile angebaut werden. Doch das passt Udo Wachtveitl offenbar gar nicht! Er wohnt in der Nachbarschaft und will das Gebäude mit juristischen Mitteln verhindern.

Zuletzt hatte auch ein Münchner gegen die Ampelpärchen in München geklagt.

Video: „Tatort“-Stars Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec - So verstehen sie sich privat

München: Tatort-Star Wachtveitl verklagt die Stadt, um einen Anbau der Nachbarn zu verhindern

„Es geht um ein genehmigungsfreies Nebengebäude, das errichtet werden soll“, bestätigt Kathrin Raps vom Vorstand des Kolping Bildungswerks. Demnach hätte der eingetragene Verein gar keine Baugenehmigung für den geplanten Lagerraum beantragen müssen - tat das aber, um sich rechtlich abzusichern. Denn auch in der Vergangenheit gab es schon Rechtsstreit zwischen Udo Wachtveitl und dem Kolpingwerk. Nach Ansicht des Tatort-Kommissars war das Kolpingwerk ihm nämlich zu nah auf die Pelle gerückt. Der Errichtung eines Wintergartens hatte Wachtveitl Anfang des Jahrtausends noch zugestimmt. So, wie der Bau dann am Ende aussah, wollte ihn Wachtveitl dann aber doch nicht akzeptieren - und klagte.

Damals wie heute richtet sich der juristische Protest gegen die Lokalbaukommission der Stadt München, gegen die Wachtveitl am Verwaltungsgericht nun erneut klagt. Denn sie hatte die beantragte Baugenehmigung offiziell erlassen, was der Tatort-Kommissar nicht akzeptieren will. Für den 19. September hatte das Gericht zunächst einen aufwändigen Termin bekanntgegeben: Für 11 Uhr war ein Augenscheintermin in der Entenbachstraße geplant, um 13.45 Uhr dann die Verhandlung. 

Verwaltungsgericht: Wachtveitl hat beantragt, das Verfahren ruhen zu lassen

Auf Nachfrage sagt Wachtveitl jetzt: „Die Sache ist bereits erledigt.“ Denn wie das Gericht bestätigt, hat er beantragt, das Verfahren ruhen zu lassen. Die Stadt muss zwar noch zustimmen, doch der Termin wurde bereits abgesetzt. Möglicherweise auch Taktik: Denn so kann Wachtveitl das Verfahren wieder fortsetzen, wenn ihm der Anbau nicht passt. Hätte er seine Klage zurückgezogen, wäre es rechtlich nicht möglich gewesen, wegen derselben Sache erneut zu klagen.

Anfang August gab es einen heftigen Zoff um eine Kita in München. In der Verhandlung des Verwaltungsgerichts kam es zu einem überraschenden Ergebnis.

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