Ausstand im Öffentlichen Dienst

7.000 streiken: Die tz hat sich umgehört

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Rund 6000 Streikende demonstrierten am Odeonsplatz.

München - Alleine in München sind am Mittwoch 4500 Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst in den Streik getreten. Die tz befragte einige, wieso sie in den Ausstand traten.

Wir wollen anständig bezahlt werden! Die Stadt München hat genug Geld – so viel, dass sie ihre Schulden abbauen kann.“ Roland Groß von der Münchner Stadtentwässerung bringt am Rednerpult auf den Punkt, was sich über 7000 Demonstranten im Öffentlichen Dienst denken, die am Mittwoch in ganz Südbayern in Warnstreik traten – darunter alleine rund 4500 Mitarbeiter aus den Betrieben und Dienststellen der Stadt München.

An der zentralen Kundgebung auf dem Odeonsplatz nahmen rund 6000 Streikende teil. Alleine 1500 Erzieherinnen der städtischen Kitas traten in den Ausstand, um vor allem für einen Sockelbetrag von zusätzlichen 100 Euro zu kämpfen, den künftig alle Beschäftigten bekommen sollen. Außerdem fordert die Gewerkschaft Verdi 3,5 Prozent mehr Gehalt.

Auch die Stadtwerke wurden bestreikt: 650 Mitarbeiter gingen statt in die Arbeit zur Demo quer durch die Stadt. Die Sauna im Prinzregentenbad blieb zu, ebenso das Nord- sowie das Cosimabad. Das Forstenrieder Bad sperrte erst um 15 Uhr auf, im Olympiabad gab es keinen Aufguss.

Auch die Müllabfuhr wurde bestreikt, mit 700 Müllmännern waren fast alle Fahrer und Lader im Ausstand, sämtliche Wertstoffhöfe blieben ganztags geschlossen. „Die heutige Streikteilnahme lag nochmals deutlich höher als beim Streikauftakt vor einer Woche, der schon ein gewaltiger Erfolg war, so Heinrich Birner, Verdi-Geschäftsführer für München und Region. „Wenn die Arbeitgeber am Montag und Dienstag in der dritten Runde kein abschlussfähiges Angebot vorlegen, sind sie selber schuld, wenn die Tarifrunde eskaliert.“

Die tz befragte die Streikenden, wieso sie in den Ausstand traten:

Arbeit wird stressiger

Bei uns bei den Stadtwerken steigt die Belastung ständig, ob im Büro oder bei den Kraftwerkstechnikern. Anstrengende Wechselschichten sind für viele Kollegen Alltag. Das muss endlich wieder anständig bezahlt werden.

Liane Hoppe (48), Personalabteilung 

Die Diäten steigen auch

Im Bundestag haben sie sich zehn Prozent mehr gegönnt. Diese 800 Euro wären für manchen Kollegen 40 Prozent. Sie brauchen den geforderten Sockel von 100 zusätzlichen Euro unbedingt.

Arnold Schuster (52), Wohnungsamt

Oft zu wenig zum Leben

Die Spreizung zwischen den oberen und den unteren Gehaltsgruppen steigt. Im Großraum München können sich Erzieherinnen das Leben nicht leisten. Darum braucht’s vor allem die 100 Euro Sockelbetrag.

Andrea Krebold (49), Landrats­amt FFB

J. Welte

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