Sie leidet unter paranoider Schizophrenie

72-Jährige schlägt Mann mit Hammer

+
Ursula A. saß am Montag auf der Anklagebank.

München - Weil Ursula A. (72) dachte, ihre Nachbarn würden Lügen über sie verbreiten, rastete die ehemalige Erzieherin völlig aus und schlug einem Mann mit einem Hammer auf den Kopf.

Am Montag musste sie sich vor dem Landgericht wegen schwerer Körperverletzung verantworten.

Ursula A. ist krank, leidet an einer paranoiden Schizophrenie. Ihre Verteidigerin sagt: „Das Krankheitsbild ist in den Jahren, in denen sich meine Mandantin von ihren Nachbarn schikaniert fühlte, noch schlimmer geworden.“ Der Grund: Die 72-Jährige igelte sich aus Scham vor den vermeintlichen Unterstellungen ihrer Nachbarn immer mehr ein, verließ kaum noch die eigenen vier Wände und vernachlässigte die Einnahme ihrer Medikamente. Sie sagt: „Ich habe fünf Jahre wie ein Einsiedlerkrebs gelebt.“

Vor Gericht behauptet die gelernte Erzieherin, die Bewohner des Mehrparteienhauses in der Torquato-Tasso-Straße in Milbertshofen würden ihr gemeine Dinge unterstellen. „Man erzählte sich, ich würde im horizontalen Gewerbe arbeiten und Callboys in meiner Wohnung empfangen.“ Am 23. September letzten Jahres platzte Ursula A. der Kragen. Als ihr Nachbar Richard S. seine Wohnung verließ, schlug die Rentnerin zunächst mit ihren Fäusten auf ihn ein, zückte danach einen Hammer und prügelte damit auf seinen Kopf ein. Richard S.: „Ich war mit Blut überströmt, konnte mich gerade noch in meine Wohnung retten.“ Ursula A. räumte die Vorwürfe vollumfänglich ein. Ein Urteil steht noch aus.

joh

auch interessant

Meistgelesen

Kommentare