Großsanierung

76 Millionen Euro fürs Olympiastadion

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Stars wie Robbie Williams sollen im Olympiastadion künftig wieder auf optimale Bedingungen treffen. Dafür muss kräftig investiert werden.

München - Modernes Olympiastadion kommt: Die SPD will nun doch die von der CSU vorgeschlagene Großsanierung des maroden Wahrzeichens mittragen. Der Stadtrat hat am Dienstag entschieden.

Es ist eine der Entscheidungen, die Schwarz-Rot eigentlich unbedingt noch 2014 fällen wollte. Der Plan für die Sanierung des maroden Olympiastadions wurde dann aber doch verschoben. Der Leiter des Wirtschaftsreferats, Josef Schmid (CSU), hatte vorgeschlagen, das weite Rund für satte 80 Millionen Euro fit zu machen. SPD-OB Dieter Reiter und seine Fraktion lehnten den Vorschlag jedoch überraschend ab. Jetzt werden die 76 Millionen doch fließen. Wie die SPD gestern mitteilte, hat sie sich nach langer interner Diskussion dazu durchgerungen, eine umfassende Sanierung mitzutragen.

Am Dienstag stimmte die SPD-Fraktion ebenfalls für die 76-Millionen-Variante. „Wenn wir dafür nun so viel Geld ausgeben, ist das ein klares Bekenntnis zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Erbe Olympiapark und zum Stadion als Konzertbühne“, erklärte SPD-Fraktionschef Alexander Reissl.

Im Dezember war sich das schwarzrote Bündnis bereits darüber einig gewesen, dass das Stadion weiter für große Konzerte bespielbar sein soll. Weltstars wie Bruce Springsteen oder Robbie Williams sollen damit weiter nach München kommen können. Die SPD war sich aber nicht sicher gewesen, ob ihr der Sanierungsvorschlag von Josef Schmid zu teuer ist. „Wir wollen weiterhin Rockkonzerte“, hatte SPD-Stadträtin Simone Burger gesagt. „Die Frage ist: Was brauchen wir dafür tatsächlich?“

Schmids Sanierungsvariante sieht vor, dass alle Flächen, die bei Großveranstaltungen tatsächlich genutzt werden, auf „Neubauniveau“ saniert werden, alle anderen Flächen mit „geringfügigen Reparaturen“ aufgehübscht.

Die alternative Variante, die die SPD noch einmal hatte prüfen lassen, wäre gut 35 Millionen Euro billiger. Auch bei dieser so genannten „Variante Bestandsortientierung light“ wären Konzerte und Public-Viewing-Veranstaltungen im Stadion möglich. Sanierungen in den Katakomben wären aber entfallen. Stattdessen hätte man etwa Garderoben für Mitarbeiter bei Open-Air-Konzerten in Container oder Zelte im Park ausgelagert.

Die Olympiapark GmbH hatte diese Light-Lösung strikt abgelehnt. Sie greife in „nicht vertretbarer Weise in das visuelle Erscheinungsbild des Olympiaparks ein“. Außerdem seien die Kosten für „Montage, Miete, Demontage“ für Veranstalter so hoch, dass das Olympiastadion für sie noch unattraktiver würden. Seit dem Abzug des Profifußballs 2005 finden im Stadion viel weniger Veranstaltungen statt als gewünscht. Nun soll ohnehin die große Lösung kommen.

Auch die 75.000 Quadratmeter große Zeltdachkonstruktion, die neben dem Stadion auch Olympiahalle und Olympiaschwimmhalle überdeckt, muss saniert werden. Eine genaue Kostenrechnung steht noch aus, erste grobe Schätzungen gehen von 73 Millionen Euro aus.

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