Noch ist keine Einigung im Tarifstreit des öffentlichen Diensts in Sicht

9000 Münchner im Streik

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"Den Kanelern stinkt's!", erklären diese Protestler.

Keine Mülltonne wurde am Donnerstag geleert, kaum ein Zwergerl konnte in den Kindergarten. Denn tausende Angestellte des öffentlichen Diensts protestierten am Marienplatz.

In der Stadt legten 9000 Menschen ihre Arbeit nieder, bayernweit haben in 50 Städten und Gemeinden fast 30 000 Beschäftigte gestreikt. Und der Streit zwischen den kommunalen Arbeitgebern und der Gewerkschaft Verdi geht weiter: Weitere Streiks sind denkbar – wenn sich die Verhandlungspartner nicht endlich näher kommen.

„Erzieherinnen sind mehr wert“ steht auf dem Bettlaken, das die Kindergärtnerinnen aus der Birkenfeldstraße vor dem Münchner Rathaus hochhalten. Verdi fordert 8 Prozent mehr Lohn für seine 1,3 Millionen Angestellten im öffentlichen Dienst, mindestens aber 200 Euro extra im Monat. Die Arbeitgeber bieten weniger: 5 Prozent verteilt auf 2 Jahre bei längerer Wochenarbeitszeit.

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ver.di gibt sich im Tarifstreit kämpferisch

„Das reicht uns nicht“, sagt Josef Falbisoner, Landesbezirksleiter von Verdi Bayern. Pünktlich zur fünften – und möglicherweise letzten – Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst drohte er bereits mit weiteren Protesten: „Wenn sich die Gegenseite heute nicht bewegt, werden wir uns weiter bewegen – täglich auf die Straße.“ Verdi-Vorsitzender Frank Bsirske nannte das Arbeitgeber-Angebot eine „Mogelpackung“ und warnte davor, den Bogen zu überspannen. „Die Streikbereitschaft ist groß – die Menschen fangen an, sich zu wehren.“

Muskelspiele oder ernste Drohungen? Thomas Böhle, Verhandlungsführer der Kommunen, zeigt sich mittlerweile zu Zugeständnissen bereit. „Wir wollen dem Land Streiks ersparen. Deshalb werden wir den Gewerkschaften ein neues Angebot machen.“ Bisher wollten die Arbeitgeber kein neues Angebot vorlegen.

Weil auch die Straßenreinigung streikte, sah es nach der Kundgebung am Marienplatz auch am Abend noch aus wie auf einer Müllhalde. Das große Chaos blieb aber aus. Das könnte sich am Montag ändern. Mit einem unbefristeten Streik im Personen- und Güterverkehr will die Lokführergewerkschaft die Bahn zur Unterzeichnung des Tarifvertrages zwingen. Und auch die Ärzte haben sich zu Wort gemeldet: Zum Start der vierten Tarifrunde am 13. März soll es bundesweit Arbeitsniederlegungen geben.

fla

Quelle: tz

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