Europaweite Polizeiaktion

Blitzmarathon - sinnvoll oder nervig? Das sagen Autofahrer

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Bei Joseph Fleidl blieb es bei einer Verwarnung.

München - Am Donnerstag begann europaweit der Blitzmarathon - natürlich auch in München. Was die Polizei und was die Autofahrer zu der Aktion sagen:

Die Palette der Raser-Ausreden ist groß. Von „Ich habe gar nicht gewusst, dass ich nicht schneller fahren darf“ bis hin zu „Ich musste so dringend auf die Toilette“ hat Polizeidirektor Andreas Schaumaier schon alles gehört. In der nächsten Woche wird er wohl noch andere Varianten kennenlernen. Denn seit Donnerstag läuft fast europaweit der dritte Blitzmarathon – und natürlich wird da auch in München verschärft kontrolliert.

Das geht zwar den meisten Autofahrern auf die Nerven, ist aber für Schaumaier dringend notwendig: „Wir sehen beinahe täglich schreckliche Unfälle mit tödlichem Ausgang. Erst am Donnerstag hat uns wieder ein tragischer Motorradunfall beschäftigt. Meist liegt es an überhöhter Geschwindigkeit. Dem wollen wir vorbeugen.“

Laut Polizei hält sich die Mehrheit der Münchner brav an Tempolimits und Verkehrsregeln. „Im Durchschnitt verhalten sich 97 von 100 Autofahrern vorbildlich. Wenn dann noch der Blitzmarathon angekündigt wird, bewegt sich die Zahl sogar im Promillebereich“, erklärt Schaumaier. Doch Vorsicht! Die Beamten halten nicht nur Ausschau nach Temposündern. Auch defekte Scheinwerfer, abgenutzte Reifen oder das Telefonieren mit dem Handy am Ohr werden geahndet. Am Freitag wird auf Grund des Traueraktes für die Opfer des Flugzeugabsturzes in Frankreich nicht kontrolliert.

Was die Autofahrer sagen

Die Kontrollen müssen sein

"Ich bin ein ruhiger Mensch, mich bringt nichts aus der Fassung. Deswegen lasse ich auch solche Kontrollen über mich ergehen. Ich bin angehalten worden, weil mein rechter Scheinwerfer defekt ist. Als ich von zu Hause losgefahren bin, hat er aber noch funktioniert. Gut möglich, dass das Licht während der Fahrt kaputt gegangen ist. Aber bei helllichtem Tag merkt man das nicht. Das wird repariert. Zahlen muss ich deswegen nicht. Es gab nur eine mündliche Verwarnung. Die Kontrollen sind sinnvoll! Aber man kann­'s auch übertreiben."

Joseph Fleidl (70), selbständig aus Dachau

Ich war leider zu schnell

"Schon den ganzen Tag habe ich an den Blitzmarathon gedacht. Er wurde ja überall in den Medien angekündigt. Jetzt bin ich doch in die Falle getappt. Da war ich einfach einen Moment lang unachtsam. Gott sei Dank waren es „nur“ 18 km/h zu viel. Das kostet mich jetzt 25 Euro und dafür habe ich auch Verständnis. So richtig erwischt hat’s mich eigentlich noch nicht. Das werde ich nicht so schnell vergessen und in Zukunft wieder vorsichtiger fahren."

Alexander Strach (31), Versicherungskaufmann aus Kirchtrudering

Johannes Heininger

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