Krebserregendes Benzidin

Giftstoff in Kleidung von Abercrombie & Fitch

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München - Ihre Models sind jung und sexy, doch für die angesagte Modemarke Abercrombie & Fitch steht jetzt wohl Ärger ins Haus: In der Kleidung der US-Marke wurde ein krebserregender Giftstoff entdeckt.

Im Auftrag des ARD-Magazins "Plusminus" hat der TÜV Rheinland eine Auswahl von Kleidungsstücken aus dem Münchner Abercrombie-Geschäft in der Sendlinger Straße untersucht. Das schockierende Ergebnis strahlte "Plusminus" am Mittwochabend aus: In einem dunkelblauen Damenoberteil - "Made in India" - wurde der krebserzeugende Stoff Benzidin entdeckt. Demnach soll der gesetzliche Grenzwert mit mehr als 100 Milligramm pro Kilogramm mehr als dreifach überschritten worden, heißt es in dem Bericht.

Der Toxikologe Martin Göttlicher vom Helmholtz-Zentrum München sagte bei "Plusminus":"Das ist nicht verkehrsfähig, das kann nicht verkauft werden."

Nach Kontakt mit Benzidin können sich Blasentumore entwickeln, zudem treten Blasen- und Urothelkarzinome auf. Außerdem kann der Stoff leicht durch die Haut aufgenommen werden, wirkt blutschädigend und schwächend auf das Knochenmark.

Abercrombie & Fitch-Opening: Run auf US-Marke in München

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Der Bericht zeigte zudem weitere schockierende Erkenntnisse: Plusminus-Reporter reisten nach Indien in eine der Textilfärbereien, die für Abercrombie & Fitch produzieren. Vor Ort stellten sie fest, dass dort kaum ein Fabrikarbeiter Handschuhe trägt, obwohl dort mit giftigen Chemikalien gearbeitet wird. Reizende Farbstoffpulver werden offen in Kartons gelagert, außerdem ist es in der Fabrik brütend heiß und viele Ecken sind mit Tierdreck verschmutzt.

Mitarbeiter der Fabrik berichten anonym, dass sie in der Woche 72 Stunden arbeiten müssen - für gerade einmal 145 Euro. Selbst für indische Verhältnisse ist das ein Hungerlohn. Den Arbeitern ist es zudem untersagt, Gewerkschaften zu bilden. Auf korrekten Arbeitsschutz wird nur geachtet, wenn sich Kunden zum Fabrikbesuch ankündigen. "Dann wird alles schön gemacht", wird ein Arbeiter zitiert.

Sixpack-Alarm in der Innenstadt

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Wie plusminus berichtet, hat das Unternehmen bislang nicht auf die Untersuchungsergebnisse reagiert.

Das ARD-Wirtschaftsmagazin Plusminus

Das Wirtschaftsmagazin Plusminus wird seit 1975 in der ARD gesendet. Sieben ARD-Rundfunkanstalten produzieren im Wechsel die wöchentliche Sendung. Aktuell wird das Wirtschaftsmagazin immer mitwochs von 21.45 Uhr bis 22.15 Uhr gesendet. Die Moderatoren sind Marcus Bornheim (BR), Jörg Boecker (MDR, NDR, WDR), Clemens Bratzler (SWR), Markus Gürne (HR) und Karin Lambert-Butenschön (SR).

wi

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