Abgemahnt – da stach er zu!

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Thomas S. ist wegen versuchten Mordes angeklagt

München - Als Spüler Thomas S. (35) eine Abmahnung von seiner Chefin bekommt, tickt er aus: Er greift zum Messer und sticht auf die Frau ein. Vor Gericht wird nun wegen versuchten Mordes verhandelt.

Sie leidet noch schwer unter den wuchtigen Messerstichen, die ihr der Spüler Thomas S. (35) während der „Bauma“ am 19. April 2010 beigebracht hatte. Aber Bettina K., Geschäftsführerin einer Agentur für Messen und Events, ging schon zwei Wochen nach der beinahe tödlichen Attacke wieder zur Arbeit. „Ich konnte nicht zu Hause sein“, sagte die 55-Jährige am Freitag als Zeugin vor dem Schwurgericht.

Als sie ihm einen Job für die Bauma verschaffte, ahnte Bettina K. nicht, dass Thomas S. öfter völlig austickt. Am Tattag sollte er im Zelt einer Elektrogeräte- Firma rasch für saubere Sektgläser sorgen, der Ansturm war enorm. Doch Thomas S. fühlte sich überfordert, begann mit seinem Vorgesetzten lautstark zu streiten – und das vor den Kunden!

Bettina K. wurde es zu bunt. Wenn er nicht sofort mit dem Geschrei aufhöre, könne er verschwinden, machte sie dem 35-Jährigen klar. Thomas S. lief daraufhin wortlos zum Besteckkasten, griff sich ein Messer und ging damit auf seine Chefin los. Er traf sie am Kopf, Gesicht, Hals und den Händen. „Es muss mit erheblicher Kraftaufwendung zugestochen worden sein“, stellte eine Gerichtsmedizinerin am Freitag fest.

Das Opfer leidet vor allem an einem Treffer am Auge und unter den Narben am Hinterkopf: „Es fühlt sich an wie eine Achterbahn.“ Das Urteil gegen den Täter, dem die Unterbringung in der Psychiatrie droht, wird kommende Woche verkündet.

ebu

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