Bei Geldanlage abgezockt

Müller-Wohlfahrts Frau verliert 570.000 Euro

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Opfer von Betrügern: Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt mit Gattin Karin.

München - Karin Müller-Wohlfahrt, die Ehefrau des berühmten FC Bayern-Mannschaftsarzts, ist in die Fänge gerissener Betrüger geraten. 570.000 Euro sind futsch! Jetzt läuft der Prozess.

Es sollte ihre Altersvorsorge werden: 620.000 Euro gab Karin Müller-Wohlfahrt, die Ehefrau des berühmten FC Bayern-Mannschaftsarzts Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt (71) und bekannt als Künstlerin Karen LaKar, für ein Anlageprojekt aus. Bis zu 60 Prozent Rendite jährlich wurden ihr versprochen. Sie geriet in die Fänge gerissener Betrüger. 570 000 Euro sind futsch! Jetzt sitzen drei der vier Gauner auf der Anklagebank und schieben sich die Schuld gegenseitig zu!

Über die Immobilien-Maklerin Helga R. kam Karlheinz I. mit Müller-Wohlfahrt In Kontakt. Der gelernte Drucker stellte sich ihr als „Finanzcoach“ vor. Er behauptet: „Ich habe mich mehr um familiäre Befindlichkeiten gekümmert als um das Geld.“ Richter Peter Noll ironisch: „Verstehe ich richtig: Sie sind nicht Vermögens-, sondern Lebensberater?“

Schieben sich die Schuld gegenseitig zu: Ulrich K. (links) und Karlheinz I, der sich als Finanzcoach ausgab.

Karlheinz I. kann nicht abstreiten, dass Frau Müller-Wohlfahrt das „hoch rentierliche Projekt“ schmackthaft machte. Zusammen mit dem ebenfalls angeklagten Ulrich K. (57) hatte er in der Schweiz die „Paragon Team GmbH“ gegründet, eine Briefkasten-Firma. Mit diesem Unternehmen versprachen die Gauner, seien irrwitzige Gewinne zu erzielen. Karlheinz I. gibt sich ahnungslos, sein Kumpel habe mit einem Rohstoff-Spekulanten die Geschäfte eingefädelt: „Ich konnte die Renditen nicht überprüfen.“

Ihm Rohstoff-Handel seien solche Monster-Gewinne möglich, sagt Ulrich K., aber nicht garantiert. Doch auch er weist den Betrugs-Vorwurf von sich: „Ich habe die Verträge mit Frau Müller-Wohlfahrt nicht aufgesetzt.“ Karlheinz I. platzt dazwischen: „Doch, ich habe nur den Text bearbeitet.“

Laut Anklage versickerte das ganze Geld bei ihnen sowie dem ebenfalls angeklagten Peter S. (65) und Leyla C. (39), die wegen einer angeblichen Schizophrenie nicht verhandlungsfähig ist.

So etwas wie Schuldbewusstsein haben die Angeklagten nicht. Karlheinz I. spielt sogar den Wohltäter: 34 000 Euro habe er für Karin Müller-Wohlfahrt gerettet: „Ich wollte es ihr in bar übergeben.“ Welch dummer Zufall: An einer Autobahnraststätte sei ihm das Geld geklaut worden, behauptet er. „Das klingt abenteuerlich, ist aber die Wahrheit.“ Früher hatte er der Polizei erzählt, er habe das Geld in der Unterhose versteckt. Es sei auf dem Klo verloren gegangen. Am Donnerstag geht der Prozess weiter. Die Geschädigte ist als Zeugin geladen. Gestern war sie für die tz nicht zu erreichen.

Eberhard Unfried

Wer wurde noch Opfer des Betrüger-Quartetts?

Wie viele Betrugsopfer gibt es neben Karin Müller-Wohlfahrt noch? In der Anklage gegen Karlheinz I., Ulrich K., Peter S. und Leyla C. (ihr Verfahren wurde wegen Krankheit abgetrennt) ist noch ein zweiter Betrugsfall aufgeführt. Karlheinz I. schwatzte Sabine D. einen Paragon-Export-Darlehensvertrag auf. In der Hoffnung, 90 000 Euro zu bekommen, zahlte die ahnungslose Frau 10 000 auf das Firmenkonto in der Schweiz ein. „Sie erhielt keinerlei Rückzahlungen“, heißt es in der Anklage. Möglich, dass weitere Opfer aus Scham keine Anzeige erstatteten.

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