Die Abrechnung mit dem Radl-Clown

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Der Sicherheits-Joker irritierte im ersten Jahr der Radl-Imagekampagne die Bürger. 2011 spielt er keine Rolle mehr, aber die Initiatoren waren zufrieden mit der Wirkung des Clowns – er habe Aufmerksamkeit erregt

München - Der umstrittene Sicherheits-Joker spielt im zweiten Jahr der Imagekampagne Radlhauptstadt München gar nicht mehr mit, immer noch aber ist er für deren Gegner im Stadtrat Reizfigur und willkommenes Spottsymbol.

Der „Verkehrs-Clown“ stehe für eine „blödsinnige“ und wenig kreative Aktion (Orhan Akman, Linke), für „zum Fenster hinausgeschaufeltes Geld“ (Robert Brannekämper, CSU), für eine völlig überflüssige und sündhaft teure Aufklärung über die Vorteile des Radelns (Jörg Hofmann, FDP). Es war also wieder eine breite und sonst eher seltene Allianz verschiedenster politischer Richtungen, die sich über das rot-grüne bzw. grün-rote Projekt empörte, das allein heuer 880.000 Euro kostet.

Alle schien es zu nerven, dass die Grünen sich gebärdeten, als „hätten sie das Rad und das Fahrrad erfunden“, da machte auch SPD-Stadträtin Barbara Scheuble-Schaefer keine Ausnahme. Der erboste Linke Akman ätzte: „In China gibt es die meisten Radler, ganz ohne grüne Partei.“

Patrick Kofler, Chef der mit der Kampagne beauftragten Firma Helios, hatte die verschiedenen Elemente vorgestellt: die Neuauflage der 2010 sehr erfolgreichen Suche nach dem Radlstar, die Radlnacht, die Sicherheitschecks, die neuen Themen Mode und Lifestyle, die Kooperation mit Fahrradhändlern und Sportausrüstern, Krankenkassen, der Hochschule für Mode und anderen Unternehmen.

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KVR-Referent Blume-Beyerle (parteilos) schien nach der zweistündigen Diskussion zu bedauern, den Stadtrat überhaupt mit dem Thema befasst zu haben: „Das wäre nicht nötig gewesen“. Naiverweise habe er angenommen, das Gremium werde nicht noch einmal die Mehrheitsentscheidung für die Kampagne infrage stellen, sondern sich inhaltlich auseinandersetzen. „Ich sehe 2011 jede Menge Kreatives“, sagte er. Und zum Thema Verkehrskasperl: „Der Joker hat seine Schuldigkeit getan, er kann gehen.“

Barbara Wimmer

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