Puerto Giesing: Das Abschiedsinterview

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Abschied vom Puerto Giesing: Zhera Spindler

München - Im tz-Interview zieht Zehra Spindler Bilanz über das Kultur-Projekt Puerto Giesing. Sie ist Mastermind des "Hafens", bei dem am Jahresende der letzte Vorhang fallen wird.

Was eigentlich ist das Puerto Giesing, was war das Prinzip?

Spindler: Das Puerto ist eines von vielen Projekten von München852, dem 852. Geburtstag Münchens, das von der freien Kulturszene selbst gestaltet wird.

Wie kam’s letztlich zum Giesinger Kulturhafen?

Spindler: In diesem Fall wurde uns das leer stehende Hertie-Haus an der Silberhornstraße von mehreren Seiten empfohlen. Hagen Kling etwa, zuständig für die Stadtteilkultur im Kulturreferat, lag eine Wiederbelebung des Objekts sehr am Herzen.

Das Unternehmen nähert sich dem Ende, die letzten großen Partys wurden bereits am Wochenende gefeiert!

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Spindler:
Die letzte Party findet am 31.12.2010 statt – ein Gemeinschaftswerk meiner Partner. Mein Fazit: Gemeinsames Netzwerken macht Spaß und hebelt das Konkurrenzdenken aus, das in dieser Stadt leider vorherrscht und positive Entwicklungen ausbremst. Der Kuchen, den wir gebacken haben ist groß genug.

So verändert München sein Gesicht

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Dein persönliches Highlight?

Spindler: Waren weniger die Veranstaltungen – die meisten waren gut, wenn man das Feedback der Besucher und Partner anhört – sondern die Zusammenarbeit mit den Künstlern. Viele von ihnen kann man als Avantgarde bezeichnen, mein persönliches Steckenpferd.

Endlich hat München auch Berliner Hauptstadt- Flair heißt es oft in Verbindung mit dem Puerto Giesing. ist der Vergleich eigentlich erstrebenswert?

Spindler: Ganz und gar nicht! München hat es nicht nötig, sich vergleichen zu lassen. Dass München Schickimicki ist, konnte ich nicht sehen. Als gebürtiges Münchner Kindl kenne ich so ziemlich alle Protagonisten der freien Szene und fand, dass es nur an Plattformen fehlt. Ohne Plattform keine Aufmerksamkeit.

Thomas Oßwald

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