Wo Sie besonders vorsichtig sein sollten

Achtung, Hunde-Freunde! Hier lauern überall Giftköder

Gassigeher, aufgepasst! Die tz druckt den Münchner Stadtplan der Hunde-Hasser: An diesen Stellen sind im Mai und Juni lebensgefährliche Giftköder ausgesetzt worden. Die Facebook-Initiative Giftwarnung Hunde München hat alle Daten gesammelt.

München - Schon 40 Funde von Giftködern oder mit Rasierklingen versehenen "Leckerlis" haben Hundebesitzer seit dem 1. Mai in der City gefunden. Die traurigen Ergebnisse zeigt Ihnen die tz.

+++ Update 18. Januar 2017: Fast täglich melden Hundebesitzer in München und der Region Vorfälle mit Giftködern. In vielen Fällen endet der Fund tödlich für die betroffenen Tiere. Wir sammeln nun aktuelle Fälle übersichtlich auf einer Karte.

Immer wieder berichtet die tz von Zamperln, die vergiftete Köder gefressen haben – und daran leiden oder gar verenden. Die herzlosen Täter freilich werden nur selten erwischt. Judith Brettmeister vom Tierheim München bestätigt der tz auf Anfrage auch: „Es gibt täglich neue Meldungen über Hundeköder in der ganzen Stadt – und in der letzten Zeit nehmen sie leider auch rasant zu.“

In Zahlen: Schon 40 Funde von Giftködern oder mit Rasierklingen versehenen „Leckerlis“ haben Hundebesitzer allein seit dem 1. Mai – also nicht einmal innerhalb zweier Monate – in der City gefunden.

Die traurigen Ergebnisse zeigt Ihnen die tz auf dieser Karte. Vielleicht kann sie helfen, den sadistischen Köder-Auslegern nicht zum Opfer zu fallen. Auffällig ist, berichtet die Münchner Tierärztin Petra Smital der tz, dass immer mehr Köder nicht zu inneren Blutungen oder etwa Durchfall führen – ein typisches Symptom für Rattengift –, sondern über Wochen anhalten und immer wieder in Schüben kommt: Die Zamperl werden urplötzlich aggressiv, dann wieder ängstlich, sind aufgekratzt oder blitzschnell wieder apathisch. „Es ist sehr schwierig, von den Symptomen auf das jeweilige Gift zu schließen, das die Hunde gefressen haben“, sagt Smital.

Auch im Internet gibt es etliche Informationen zu den Folgen des Hundehasses: Auf Facebook kann man etwa unter Giftwarnung Hunde München erfahren, dass sich immer mehr betroffene Hundehalter melden – und dass auch in beiden Teilen des Englischen Gartens Zamperl vergiftet worden sind. Die Polizeiinspektion 12 hat die Ermittlungen aufgenommen.

Den Vorwürfen kann sich Parkchef Thomas Köster nicht anschließen: „Mir persönlich wurde keine Beschwerde bekannt“, sagt er gestern der tz. „Für mich sind diese Anschuldigungen sehr vage und nicht verifizierbar.“

Von Pasing bis Riem: An diesen Stellen waren im Mai und Juni Hunde-Hasser unterwegs

Nr.

Datum

Ort

1.

Würmwiese Obermenzing: Hier wurde ein langsam wirkendes Gift verteilt. Die liegt Wiese liegt zwischen Wöhlerstraße und Prof.-Eichmann-Str. (Sportplatz).

8. Juni

2./3./4.

Im gesamten Pasinger Stadtpark wird immer wieder Leberwurstköder mit Rattengift ausgelegt.

2./3./10. Mai

5.

In der Gegend um die Blumenauerstraße, Weinbergerstraße und Prinzregentgarten sowie in der Parkanlage hin zur Baumschule sind Wurstsemmeln mit Rattengift verteilt worden.

5. Juni

6.

Gassigeher finden u.a. am Hundeberg hinter dem Westbad und im Bereich der Schrebergärten Giftköder.

23. Mai

7.

Am Stiftsbogen wird eine verdächtige Streichwurst entdeckt.

15. Mai

8./9./10.

Entlang der Guardinistraße, vor allem zwischen den Hausnummern 108 und 118, und um den Penny-Markt am Haderner Stern taucht immer wieder Katzenfutter mit Schneckenkorn auf.

3./4./6. Juni

12./13.

Im Westpark greifen die Hundehasser besonders oft an: Sie legen gefährliche Köder aus, in den meisten Fällen Fleischbällchen mit Gift.

Mai

14./15.

Die Fälle häufen sich: Jetzt werden auch auf der östlichen Seite des Parks Fleischköder gefunden, manchmal sogar mit Reißnägeln. Ein Tatort liegt in der Nähe der Hinterbärenbadstraße.

25./27. Mai

16.

Im Bereich der Feuerwehr (Zillertalstraße) sind in diesem Jahr bereits 20 vergiftete Köder gefunden worden!

27. Mai

17.

An der Landshuter Allee finden Tierschützer vergiftetes Getreide. Daran sind bereits viele Tauben gestorben.

13. Mai

18.

Schwarzwälder Schinken mit Streichkäse und Schneckenkorn – so perfide gehen die Hunde-Hasser in Milbertshofen im Bereich der Nietzschestraße vor. Es wird vermutet, dass Anwohner die Köder immer wieder aus dem Fenster werfen.

11. Mai

19.

Zwischen dem alten Osram-Gelände und dem Aubach wird Frolic mit Rasierklingen gestreut.

7. Juni

20.

Auch in der Parkanlage am Isartorplatz wird Köder mit Rattengift sichergestellt.

6. Mai

21.

Eine verdächtig aufgeschnittene Weißwurst und andere seltsame Fleischstücke bringt die Vierbeiner in den Maximiliansanlagen rund um den Landtag in Gefahr.

18. Mai

22.

Im Nordteil des Englischen Gartens, etwa auf Höhe der Iphitos-Tennisanlage, sowie am Monopteros werden Giftköder aus Nervengift bzw. Schneckenkorn gestreut.

14. Juni

23.

Anwohner entdecken im Bereich des Normannenplatzes (Bogenhausen) verdächtige gräuliche Fleischstücke in der Nähe eines Baumes.

11. Mai

24.

Giftköder mit Rattengift wird in der Nähe der Gaststätte zur Freundschaft in der Wieskirchstraße (Giesing) gefunden.

19. Juni

25.

Im Perlacher Forst, an der Kreuzung Münchner Kindlheim-/Eichthalstraße ist ein großer Beutel mit Wienerwürstchen verstreut worden. Tierschützer sammeln alle gefährlichen Köder ein.

5. Juni

26./27./28./29.

Ganz in der Nähe, auf den Wegen Giesinger Geräumt, Hochäckerweg und beim Perlacher Mugl tauchen Schneckenkorn und verdächtige Wurststücke auf.

17. Juni

30.

In der Nähe des Friedhofs in Neubiberg liegen Wienerwürstchen mit grünen Punkten.

17. Mai

31.

Am Mitterfeld in Trudering wird mit Giftköder versetzte Streichwurst gefunden.

8. Mai

32.

Giftköder aus Hundeleckerli im Bereich Gronsdorf

14. Juni

Ich gehe stets nur am Rand

Sheila (l.) und Bella sind meine Bewegungstherapie. Täglich gehe ich bis zu vier Mal mit ihnen in den Westpark. Die beiden fressen nichts, was rumliegt, und ich gehe nur am Rand.

Frank Hollfelder (74), Rentner: "Sheila (l.) und Bella sind meine Bewegungstherapie. Täglich gehe ich bis zu vier Mal mit ihnen in den Westpark. Die beiden fressen nichts, was rumliegt, und ich gehe nur am Rand."

Eine Sauerei

Renate Lienhard (70) und ihr Lebensgefährte Walter Schlecht (56) aus ­München: "Eine Sauerei! WIr sind alle zwei, drei Tage mit unserem Altdeutschen Schäferhund Leo (9) im Westpark unterwegs. Wir haben zwar keine Angst, sind aber besorgt und passen gut auf – damit wir auch weiterhin keine schlechten Erfahrungen machen müssen."

Hundedame Miki: Ihr tragischer Tod

Miki

Eigentlich sollte Miki am Freitag, den 12. Juni, nur noch mal ein bisserl toben, bevor es mit ihrer Familie heim nach Tirol ging. Doch Mikis Ausflug im Perlacher Forst endete für die Beagle-Dame (13) tödlich. Ihre „Familie“ – der Tiroler Hotelier Axel Bach (52), dessen Ehefrau Judith (44) und seine Tochter Catherine (23) – mussten hilflos mit ansehen, wie Miki vor ihnen zusammenbrach und starb.

„Vor der langen Heimreise sollte Miki nochmal ein bisschen Auslauf haben“, sagt Axel Bach traurig. Vom Parkplatz „Giesiger Geräumt“ ging es um 16.45 Uhr los. Kurz vor der Rückkehr zum Parkplatz machte Miki nochmal einen Abstecher ins Gras. „Wir haben sie gerufen, und die letzten 200 Meter legte die Hündin auch noch im ganz normalen Tempo zurück.“

Doch dann brach sie zusammen, Bachs Wiederbelebungs-Versuche halfen nicht: „Auf dem Weg zum Tierarzt nach Unterhaching setzte die Atmung aus.“ Das tragische Ende eines Familienausflugs.

Severin Schötz

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