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Achtung, Kinderpornografie! Polizei warnt vor neuer Masche in den Sozialen Medien

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Von: Phillip Plesch

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Sie jagen die Verbrecher: Sabine Lainer und Thomas Hiller
Sie jagen die Verbrecher: Sabine Lainer und Thomas Hiller © Phillip Plesch

Die Münchner Polizei hat der Kinderpornografie den Kampf angesagt und ermittelt seit April mit einem eigenen Kommissariat. Nun stellt sie eine neue Masche vor.

Plötzlich klingelt die Polizei an der Tür, hat einen Durchsuchungsbeschluss dabei und wirft einem die Verbreitung kinderpornografischer Inhalte vor: Mehreren verdutzten Münchnern ist das in diesem Jahr schon passiert. Die Beschuldigten wussten oft gar nicht, worum es geht – und waren tatsächlich unschuldig. Doch Hacker hatten sich Zugang zu den Social-Media-Accounts der Unschuldigen verschafft. Und in deren Namen kinderpornografische Bilder hochgeladen.

Vor dieser Masche warnt die Münchner Polizei aktuell. Denn seit dem Frühjahr sei dieses Phänomen vermehrt festgestellt worden. Darüber informierten Sabine Lainer (46), die Leiterin des Kommissariats 17 (Bekämpfung der sexualisierten Gewalt gegen Kinder), und ihr Stellvertreter Thomas Hiller (45) am Donnerstag.

München: 700 offene Fälle in der Stadt

Besonders beliebt seien Facebook-Accounts, die durch schwache Passwörter nur unzureichend geschützt seien. Warum die Hacker die kinderpornografischen Inhalte hochladen, ohne einen augenscheinlichen Profit daraus zuschlagen, ist den Ermittlern bislang noch ein Rätsel.

Sie raten aber, seine Accounts bestmöglich zu schützen. Und sollte der Social-Media-Dienstleister einen über einen Fremdzugriff informieren, sollte man das ernst nehmen. Zudem weist die Polizei daraufhin, dass man sich strafbar macht, wenn man kinderpornografische Inhalte weiterleitet. Sollte man also Opfer eines Hacker-Angriffs geworden sein, gilt es, sich möglichst schnell bei der Polizei zu melden.

Übrigens: Im Gesamtstrafbestand im Zusammenhang mit kinderpornografischen Schriften ist die Polizei München derzeit mit rund 700 offenen Fällen beschäftigt.

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