ADAC-Pannenhelfer

Die irrsten Fälle der Gelben Engel

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Gelbe Engel: Florian Fröhmer (l.) und Reinhold Gallner.

München - So gut wie jeder Autofahrer kennt sie - die Gelben Engel vom ADAC. Im Durchschnitt rücken sie in Bayern 1560 Mal pro Tag aus. In der tz erzählen zwei Retter ihre irrsten Geschichten.

Rund 569 215 Mal klingelte im vergangenen Jahr in der Notrufzentrale des ADAC in Bayern das Telefon. Im Durchschnitt rückten die 252 Gelben Engel in Bayern also 1560 mal am Tag aus. Grund für die hohe ADAC-Pannenhilfe-Bilanz waren 2012 Schnee, Eis und Kälte. In der tz erzählen zwei Retter ihre irrsten Geschichten.

Minus 20 Grad sorgten besonders vom 1. bis 14. Februar 2012 für viel Arbeit für die Pannenhelfer. Bei solch’ eisigen Temperaturen fällt das Arbeiten zwar schwer, aber laut Straßenwachtfahrer Florian Fröhmer (38) ist genau das die Motivation: „Wenn man weiß, das man der einzige ist, der jetzt arbeitet und den Menschen helfen kann, dann motiviert das um so mehr.“

Pannen gab es nämlich im Vorjahr häufig: Allein in München 160 782, ein Zuwachs von 4,1 Prozent. Deutschlandweit kam es auch zu einem Plus: 2012 gingen 4 172 146 Notrufe (plus 104 629). Zeitweise führten die Anrufe sogar zu einer Überlastung der Notruf-Hotline. Der 2. Februar 2012 war der Tag mit den häufigsten Einsätzen. (27 512).

Einen Grund zu feiern gibt es auch, die Erfolgsquote der Helfer lag letztes Jahr bei 85 Prozent– so hoch wie nie. Das heißt nur in 15 Prozent der Fälle konnten liegengebliebene Autos nicht sofort wieder flott gemacht werden.

Schuld an Pannen ist mit über 26 Prozent immer noch die defekte oder leere Batterie. 685 751 mal war sie Ursache für einen Hilferuf. Die Plätze zwei und drei belegen wie in den Jahren zuvor die Zündanlagen (163 511 Fälle) und Reifenschäden (144 244).

Insgesamt legten die 1660 ADAC-Straßenwachtfahrer 57,3 Millionen Kilometer zurück. Für alle Pannen-Betroffenen Menschen fuhr jeder von ihnen quasi mehr als einmal um die Welt.

Hund an der Waschstraße

Florian Fröhmer (38) arbeitet mittlerweile seit sechs Jahren beim ADAC. „Es ist mein absoluter Traumberuf!“, sagt er. Als Gelber Engel ist nämlich kein Tag wie der andere. Da hat man allerlei kuriose Einsätze. An eine Geschichte erinnert Fröhmer sich besonders gern. „Ich wurde zu einer Waschstraße gerufen. So eine, in der das Auto alleine durchfährt. Der Besitzer hatte seinen Hund im Auto gelassen und als das Auto aus der Waschstraße rausfuhr, war es abgeschlossen. Der Hund war ausversehen auf den Verschließknopf gekommen. Als ich dann da war und gerade an meinem Werkzeugkasten werkelte, um die Autotür wieder zu öffnen, kam der Hund genau in dem Moment wieder auf den Knopf und öffnete das Auto von selbst.“

Kind ins Auto gesperrt

Neben allerhand Werkzeug, hat Straßenwachtfahrer Reinhold Gallner (58) auch 35 Jahre Berufserfahrung im Gepäck. „Der Tagesablauf ist der gleiche, nur die Pannen sind anders“, sagt er. „Die Technik der Autos ist heute viel komplizierter, den Ort der Panne findet man allerdings leichter, dank Navigationsgeräten.“ Ein besonders lustiger Einsatz gab es für ihn vor zirca 25 Jahren. Er wurde zu einem Supermarktparkplatz gerufen. Eine Frau hatte ihr Kind samt Einkäufen schon ins Auto gesetzt. Da sperrte das Kind das Auto von innen ab. „Als ich zur Einsatzstelle kam, hatte das Kind den gesamten Inhalt des Einkaufes im Auto verteilt. Ich versuchte dann mit einem Draht den Knopf wieder runterzudrücken um die Tür zu öffnen. Doch das Kind schob den Draht immer wieder weg.“ Erst durch viel Ablenkung gelang es ihm das Auto wieder zu öffnen.

Lara Braml

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