Ältestes Wirtshaus Münchens schließt

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Links die guten Zeiten: Rudolph Moshammer und Daisy vor der Hundskugel (2002). Rechts: Wirtin Barbara Sigg bei der Arbeit.

München - Hundskugel-Chefin Barbara Sigg hängt ihre Kochschürze an den Nagel. Das Lokal gehörte einst Mode-Zar Rudolph Moshammer.

Die Hundskugel ist die älteste Gastwirtschaft der Stadt. 1440 wurde sie gegründet, und noch heute steht sie unverändert an ihrem Platz an der Hotterstraße 18, noch heute werden dort in altbayerischem Ambiente gutbürgerliche Speisen serviert. Morgen auch noch, aber Ende des Monats macht Wirtin Barbara Sigg Schluss; der Mietvertrag ist gekündigt. Länger will sich die 67-Jährige die Hundskugel nicht mehr geben – so sehr ihr das berühmte Lokal in den letzten 25 Jahren ans Herz gewachsen ist.

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Ab 1985 wurde die Traditionswirtschaft unweigerlich mit dem Münchner Modezar Rudolph Moshammer in Zusammenhang gebracht. Er war nicht nur Stammgast in dem über 500 Jahre alten, denkmalgeschützten Gemäuer, es gehörte ihm auch bis zu seinem Tod. Fast täglich erschien er mit seiner ständigen Begleiterin Daisy, immer liebevoll betreut von der Wirtin. In den Jahrhunderten zuvor gab es andere berühmte Gäste: Heinrich Heine, der schräg gegenüber im Radspielerhaus wohnte, oder Ignaz Günther etwa.

Ob und wie es weitergeht mit der Wirtschaft, die nun seit Jahren quasi im Schatten der gigantischen Hofstatt-Baustelle liegt, ist bisher unklar.

B. Wimmer

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