Fehlendes Fingerspitzengefühl

Ärger um AWM-Plakate: Landtag als Abfall?

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Dieses AWM-Plakat regt die Rathaus-CSU auf.

München - Nicht genug damit, dass die Werbeaktion viel Geld kostet. Nein, die Rathaus-CDU regt sich auch über die Motive auf, mit denen die städtische Müllabfuhr AWM stärkeren lokalen Bezug herstellen will.

Rund 2,7 Millionen Euro gibt die städtische Müllabfuhr AWM für eine Werbekampagne aus, mit der sie ihr Image aufpolieren will. Das Geld kommt aus der Gebührenkasse, was die Rathaus-CSU schon lange aufregt. Sie meint, ein Monopolbetrieb braucht keine Werbung. Zur Kampagne gehören Plakate, die auf die Stadtteile zugeschnitten sind. „Wir haben Gebäude ausgesucht, die charakteristisch für den jeweiligen Stadtteil sind“, erklärt AWM-Sprecher Heiner Bauer . Daneben ist stets ein Müllmann abgebildet, der in dem Stadtteil arbeitet. „Wir wollten damit einen starken lokalen Bezug für die Bürger und die Mitarbeiter herstellen“, so Bauer.

In Haidhausen wurde das Maximilianeum abgebildet, darüber steht: „Haidhausens Abfall – Unsere Verantwortung.“ Das bringt die CSU-Stadträte Richard Quaas und Mario Schmidbauer auf die Palme, das Plakat zeuge nicht gerade „vom Fingerspitzengefühl der AWM-Verantwortlichen und des Kommunalreferates“. Das gelte auch für die in Giesing abgebildete Heiligkreuzkirche, „so dass beim Betrachter der Eindruck entstehen kann, die Kirche bzw. das Maximilianeum wären Abfall“, so die Politiker in einer Rathaus-Anfrage. Und was sagen die Betroffenen?

München von oben im Vergleich: 1962 und 2011

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Giesings Pfarrer Engelbert Dirnberger meint, die Kampagne sei „ambivalent“. Man könne das Plakat schon so auffassen, dass die Kirche Müll sei. Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU): „Ja Wahnsinn“, doch mehr will sie nicht dazu sagen. Sie hat ja auch schon genug Ärger.

J. Welte

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