Ärger mit Internet-Gutscheinen von Groupon

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Maria G. mit ihren Massage-Gutscheinen aus dem Internet

München - Maria G. (64), Hausfrau aus München, hat Ärger mit Gutscheinen des Internet-Anbieters Groupon. tz-Bürgeranwalt Dietmar Gaiser nimmt sich des Problems an.

Die Idee, Gutscheine zu verkaufen, hat viel für sich. Erstens handelt die Gutscheinfirma mit den Lieferanten oder den Dienstleistern meist gute Preise aus, zweitens sind solche Gutscheine das ideale Geschenk. Auf unserer Seite geht es um einen Massagegutschein, aber es gibt auch Vergünstigungen für Kochkurse, Fotoshootings, Ballonfahrten und vieles mehr. Ein Teil des Gewinnes der Gutschein-Firmen ist der sogenannte „Schlupf“. Das bedeutet, dass manche Gutscheine in Schubladen oder sonstwo einfach vergessen werden. Das sind natürlich meist die verschenkten Scheine. Aber man sollte nicht gleich aufgeben, wenn einem nach langer Zeit so ein „verschlüpfter“ Gutschein in die Hände fällt. Ohne Verfallsdatum ist er nämlich drei Jahre gültig. Um diese lange Laufzeit zu verkürzen, werden die Gutscheine aber meist mit einem Verfallsdatum versehen. Auch das muss nicht akzeptiert werden, wenn die Gültigkeitsdauer weniger als ein Jahr ist. So wenigstens entschied das Oberlandesgericht in München. Problematisch wird es, wenn der Gutschein gegen Bares einlöst werden soll. Das geht nur, wenn alle Beteiligten einverstanden sind. Wenn nicht, kann man ihn allerdings verkaufen. Das geht sogar, wenn er auf einen bestimmten Namen ausgestellt ist. Also nicht gleich aufgeben, wenn Sie einen alten Gutschein finden. Wäre doch schade, wenn er zu „Schlupf“ wird.

Ihr Dietmar Gaiser

Ärger statt Massage

Ich habe am 19. Oktober 2011 für insgesamt 38 Euro zwei Massage-Gutscheine im Wert von je 60 Euro bei Groupon gekauft, die bis 19. April eingelöst werden sollten. Ich wollte mir mit meiner Tochter zusammen ein paar schöne Stunden gönnen, aber wir konnten keinen Termin beim Anbieter Anuchas Thai Massage hier in München bekommen. Er sagte uns, dass von Groupon zu viele Gutscheine verkauft wurden, und er diese versprochenen Leistungen gar nicht alle erbringen könne, er arbeite schon oft bis abends. Diese Auskunft bekam ich Ende März. Daraufhin habe ich mich an Groupon gewandt und mitgeteilt, dass der Anbieter die Gutscheine nicht einlösen kann und ich mein Geld wieder zurückhaben will. Ich schrieb mehrere E-Mails, aber ich bekam nur automatische Eingangsmeldungen und ansonsten keine Antwort oder Rücküberweisung. Am 19. April, als die Gutscheine abliefen, telefonierte ich mit einem Mitarbeiter von Groupon, der mir versicherte, dass er sich selbst darum kümmern werde. Aber passiert ist bisher nichts. Ich denke, ich werde auf die simpelste Art hingehalten. Können Sie mir helfen?

Maria G. (64), Hausfrau aus München

Die tz bekam diese E-Mail am 25 April und fragte noch am gleichen Tag bei Groupon nach, wie es zu den Problemen mit der Gutscheinen von Maria G. kommen konnte. Groupon-Mitarbeiterin Wenke Heuts entschuldigte sich mehrfach und betonte, dass sie die entstandene Unzufriedenheit sehr bedaure. Wie es dazu kommen könne, dass der Masseur über die Maßen ausgebucht sei und dann auch Groupon nicht entsprechend reagierte, könne sie nicht nachvollziehen. „In unserem Customers-Service kümmern sich mehrere hundert Mitarbeiter rund um die Uhr um die Belange der Kunden, und zwar über die Service-Mailadresse oder per Telefon.“ Hier sei wohl etwas schiefgelaufen, was möglicherweise auch am Umzug der Firma innerhalb von Berlin liegen könne. Aber für den Fall, dass der Kunde nicht zufrieden sei, gebe es eine Geld-zurück-Garantie. „Wir arbeiten nach strengen Sicherheitsregeln mit unseren Partnern zusammen und unterziehen diese diversen Qualitätskontrollen, und läuft trotzdem nicht alles glatt, zahlen wir das Geld zurück.“ Wenke Heuts nahm sich des Falls der tz-Leserin an und veranlasste, dass Maria G. den kompletten Kaufpreis für die Gutscheine auf ihr Konto zurücküberwiesen bekommt. Für die Unannehmlichkeiten und die Wartezeit entschuldigt sich Groupon mit einem Gutschein über zehn Euro. Maria G. freut das: „Ich hatte Angst, dass meine Gutscheine einfach verfallen. Aber vielleicht klappt es ja doch noch mit der Massage, es kann ja auch ein anderer Münchner Masseur sein.“

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