Antrag der Fraktion

Ärger um Corona-Tests in sozialen Einrichtungen: CSU will kürzere Kita-Quarantäne

In sozialen Einrichtungen, wie etwa Kindertagesstätten, müssen Mitarbeiter auch bei einem negativen Corona-Test 14 Tage lang in Quarantäne, wenn sie unmittelbaren Kontakt zu einem Infizierten hatten.

Soziale Einrichtungen und Kindertagesstätten sind im besonderen Maße von Corona betroffen. Denn: Selbst wenn ein Mitarbeiter als Kontaktperson ersten Grades ein negatives Testergebnis vorweisen kann, muss er dennoch 14 Tage in Quarantäne. Die CSU im Rathaus will das nun ändern.

Julia Sterzer ist verärgert. „Ich hätte ja Verständnis dafür, wenn die Mitarbeiter nach fünf Tagen einen zweiten Test machen und dann wieder arbeiten könnten. Aber das geht offenbar im Moment nicht“, sagt die Chefin von Münchens Arbeiterwohlfahrt (AWO). Ist ein Mitarbeiter einer sozialen Einrichtung oder Kindertagesstätte als Kontaktperson ersten Grades ausgemacht, hatte demnach unmittelbaren Kontakt zu einem mit Corona Infizierten, muss der Mitarbeiter einen Test machen. Und auch wenn dieser Test ein negatives Ergebnis ausweist, muss der Betroffene 14 Tage in Quarantäne. „Wir haben derzeit noch Glück“, sagt Sterzer. „Wir haben lediglich einige wenige Mitarbeiter, auf die das zutrifft, in einer Jugendwohngruppe zum Beispiel.“

Auch beim Evangelischen Hilfswerk ist die Situation noch abzufangen, sagt Geschäftsführer Gordon Bürk. „Wir haben zum Glück nicht übermäßig viele Fälle.“ Ein Thema sei es gleichwohl. „Gerade, wenn sie kleinere Dienste haben, mit ein, zwei oder drei Mitarbeitern, dann ist es schon eine große Belastung, wenn eine Kraft zwei Wochen ausfällt.“

CSU-Stadträtin Alexandra Gaßmann ist alarmiert: „Wenn das weiter so durchgezogen wird, dann haben wir in den Einrichtungen bald keine Sozialpädagogen oder Erzieher mehr“, sagt die Politikerin. Sie wird daher heute einen Antrag stellen, wonach bei eben genannten Berufsgruppen ähnliche Regeln greifen sollen wie in Teilen für medizinisches Personal.

Eine Sprecherin des Referates für Gesundheit und Umwelt erklärt, dass die bisherige Vorgehensweise für soziale Einrichtungen und Kindertagesstätten tatsächlich so rechtens ist, wie von AWO und Evangelischem Hilfswerk geschildert. „Die Mitarbeiter müssen 14 Tage in Quarantäne, egal, wie viele negative Testergebnisse sie vorweisen können.“

Beim medizinischen Personal gebe es indes Ausnahmen, allerdings unter strengen Auflagen. Nach einem negativen Test können gewisse Berufsgruppen wieder arbeiten, jedoch „müssen die Mitarbeiter einen Mundschutz tragen, ein Tagebuch führen, gegebenenfalls ihre Symptome überwachen. Zudem muss der Vorgesetzte täglich kontrollieren.“

CSU-Stadträtin Gaßmann will aber eben genau das für die sozialen Einrichtungen und Kindertagesstätten. „Ich möchte, dass wir das so übernehmen“, sagt sie. „Der soziale Bereich ist nämlich genauso wichtig wie die medizinische Versorgung.“

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