"War einfach, die Kontrollen zu umgehen"

Für Ärzte? Banker klaut 1,6 Millionen

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Geständig: Pawel K. (l.) und sein mitangeklagter Lebensgefährte August F.

München - Vier Jahre lang fiel es nicht auf, dass der Bank-Sachbearbeiter Pawel K. (44) über 1,6 Millionen Euro veruntreute. Jetzt muss er sich mit seinem Lebensgefährten vor Gericht verantworten.

Es war so einfach, ganze Aktienpakete auf das Depot seines Lebensgefährten August F. (47) zu schleusen … Vier Jahre lang fiel es nicht auf, dass der Bank-Sachbearbeiter Pawel K. (44) über 1,6 Millionen Euro veruntreute. Seit Mittwoch müssen er und sein Partner sich vor dem Landgericht München I verantworten.

Als Mitarbeiter einer Transaktionsbank war Pawel K. verantwortlich für Überträge von Fondsanteilen von einem Bankdepot zu einem anderen. Seine Kunden waren Großbanken, Versicherungen und Geldanleger. Für jede einzelne Transaktion hätte ein weiterer Mitarbeiter sein Okay geben müssen. Pawel K.: „Es war einfach, die internen Kontrollen zu umgehen. Bei den Revisionen gab es keine Beanstandungen.“

Erst am 10. Oktober 2012 fiel den Prüfern der Schwindel auf. Aktien im Wert von 192 000 Euro – der dickste Brocken – wanderten ins Depot von August F. 76 Fälle seit Januar 2008 konnten ermittelt werden. Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet, am 11. Dezember 2012 erließ ein Richter Haftbefehl gegen Pawel K. Sein Lebensgefährte blieb auf freiem Fuß. Bei ihm gingen die Ermittler lediglich von Geldwäsche aus, weil Pawel K. alle Geldgeschäfte selbst abwickelte.

Das meiste Geld ist futsch. Wo ist es geblieben? Auf die Fragen des Vorsitzenden Joachim Eckert gibt sich der Hauptangeklagte als Samariter: „Ich habe Freunde in Thailand, die waren sehr krank. Ich habe ihnen die ärztliche Behandlung gezahlt.“ Dann heult Pawel K.: „Ich habe das Depot meines Gefährten missbraucht, jetzt muss er die Konsequenzen tragen.“

Die fallen für August F. nicht ganz so hart aus: Das Gericht sagte bei einem Geständnis zu, dass er zwei Jahre mit Bewährung kriegt. Pawel K. muss mit vier Jahren Knast rechnen. Urteil am Dienstag.

Eberhard Unfried

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