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Ärzte-Mangel in München: „Traurige Wahrheit“ - Gutachten schlägt Gesundheitszentren vor

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Von: Sascha Karowski

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Eine Person geht mit einem Rollator an einem Schild in einer Arztpraxis vorbei.
In den Viertel am Stadtrand gibt es zu wenig Ärzte. Ein Gutachten kommt zu dem Schluss, dass Gesundheitszentren helfen könnten. © Peter Kneffel/dpa

Durch kommunale Ärztezentren könnte München seinen Bewohnern mehr gesundheitliche Versorgung ermöglichen. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten der Rosa Luxemburg Stiftung.

München - Hintergrund ist, das bekanntlich die Versorgung mit Haus- und Kinderärzten in der bayerischen Landeshauptstadt, gelinde gesagt, unausgewogen ist. Während es in den zentralen Stadtvierteln eine hohe Dichte an Praxen gibt, sind vor allem die Bezirke am Stadtrand eher unterversorgt (wir berichteten).

Gesundheitszentren in München sollen Ärztemangel ausgleichen

Das Gutachten der Rosa Luxemburg Stiftung schlägt nun so genannten Gesundheitszentren vor, um die Situation zu verbessern. Bei diesen Einrichtungen schließen sich Ärzte zu Gemeinscahften zusammen und bieten ambulante Versorgung an. Auch die Robert Bosch Stiftung kam in diesem Jahr in einer Untersuchung zu dem Schluss, dem zu erwartenden Hausärztemangel im Jahr 2035 mit kommunal eingebundenen Gesundheitszentren zu begegnen.

„Gesundheit und die Möglichkeit auf persönliches Glück dürfen nicht vom Wohnort abhängen“, sagt Linken-Chef Stefan Jagel. „Doch leider ist dies schon viel zu lange in München eine traurige Wahrheit.“

München: Nur 51 Ärzte für 75 999 Menschen in Milbertshofen

So gebe es im Lehel* beispielsweise gleich 612 Hausärzte für 20 960 Einwohner. Im Hasenbergl seien es nur noch 45 Ärzte auf 62 270 Patienten, und in Milbertshofen müssten 51 Ärzte die Versorgung von 75 999 Menschen sicherstellen. Das Missverhältnis spiegle sich auch bei den Kinderärzten wider.

Die Gutachter kommen zu dem Schluss, dass die Stadt die Situation durch Wohnbau-, Infrastruktur- und gesundheitsrelevante Umweltpolitik positiv beeinflussen kann. Für die Einrichtung kommunaler Gesundheitszentren müsste die Stadt diese für Ärzte attraktiv machen, etwa dadurch, dass sie die Gebäudestruktur zu günstigen Bedingungen bereitstellt. Ferner sollten der Gesundheitsausschuss und das Gesundheitsreferat stärker in die Stadtplanung eingebunden werden. Jagel: „Durch kommunale Gesundheitszentren können wir mehr gesundheitliche Versorgung für alle Münchner einrichten. Packen wir es an!“ (ska) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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