Modeschöpferin Laura Biagiotti gestorben

Modeschöpferin Laura Biagiotti gestorben

Ärzte-Streik: So trifft er München

+
Beim letzten großen Streik der Klinikärzte marschierten im Mai 2010 rund 1600 Mediziner zur Theresienwiese

München - In einer Urabstimmung sprach sich eine große Mehrheit der Ärzte an den etwa 600 kommunalen Kliniken in Deutschland für einen Arbeitskampf aus. Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen dazu.

Nur wenige Wochen nach dem in letzter Sekunde abgeblasenen Streik an den Universitätskliniken müssen die Bürger nun mit heftigen Streiks der rund 50 000 Ärzte an den etwa 600 kommunalen Kliniken in Deutschland rechnen. In einer Urabstimmung sprach sich eine große Mehrheit der Mediziner für einen Arbeitskampf aus. Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen dazu.

Warum wird gestreikt?

Die Tarifgespräche mit den Arbeitgebern über höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen waren Anfang Dezember gescheitert. In einer Urabstimmung votierten jetzt 92,7 Prozent der Mitglieder des Marburger Bundes, der als Gewerkschaft der angestellten Klinikärzte die Verhandlungen führt, für den Ausstand. Das teilte die Ärztegewerkschaft gestern mit.

Worum geht es bei den Tarifverhandlungen?

Die Ärztegewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Gehalt, eine bessere Bezahlung der Bereitschaftsdienste sowie eine Reduzierung dieser Dienste auf maximal vier pro Arzt und Monat. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) hatte eine Erhöhung im Rahmen der Krankenhaus-Budgetsteigerung von 1,48 Prozent für 16 Monate sowie eine Einmalzahlung von 250 Euro angeboten. Klaus-Martin Bauer, Geschäftssführer des Marburger Bundes in Bayern, zur tz: „Das Angebot ist völlig unakzeptabel. Das wäre aufs Jahr gerechnet eine Gehaltserhöhung von nur 1,1 Prozent.“ Gewerkschaftschef Rudolf Henke erklärte empört: „Die Rechnung der Arbeitgeber geht völlig an der Realität vorbei. Die Krankenhäuser haben in den ersten drei Quartalen 2011 einen Erlöszuwachs von 4,2 Prozent erzielt.“

Ab wann müssen die Bürger mit Streiks rechnen?

Henke erwartet den Streikbeginn der rund 50 000 Mediziner am 26. Januar.

Wie massiv wird gestreikt?

Gewerkschaftssprecher Hasns-Jörg Freese zur tz: „Darüber wird erst entschieden“. Deutlicher wurde da schon Bayerns Geschäftsführer Bauer: „Es hat sich beim letzten Mal als sinnvoll erwiesen, gleich massiv einzusteigen. Deshalb werden wir diesmal ähnlich massiv beginnen“.

Welche Auswirkungen hat das für die Region München?

Beim letzten großen Streik 2010 wurden in München alle städtischen Krankenhäuser und auch einige Kreiskliniken im Großraum München für mehr als eine Woche bestreikt.

Wie waren die Auswirkungen?

Es gab kaum Beschwerden von Patienten und kaum längere Wartezeiten. Es fand auch keine Verlagerung zu privaten, kirchlichen oder staatlichen Krankenhäusern statt, die vom Streik nicht betroffen waren.

Worauf müssen sich Patienten diesmal einstellen?

Gewerkschaftssprecher Freese zur tz: „Die Notversorgung und die Versorgung aufgenommener Patienten wird in jedem Fall sichergestellt. Lediglich planbare Operationen und Behandlungen müssen dann während des Arbeitskampfes verschoben werden.“

Gibt es noch eine Chance, dass sich Ärztegewerkschaft und Arbeitgeber doch noch einigen?

Ja. Sowohl Sprecher Freese als auch der bayerische Gewerkschaftsführer Bauer betonen, dass sie jederzeit wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren, wenn die Arbeitgeber ein besseres Angebot machen.

Gibt es da Beispiele?

Ja, beim drohenden Streik der Universitätsärzte im November des Vorjahres legten die Arbeitgeber zwei Tage vor Streikbeginn ein deutlich verbessertes Angebot vor, sodass sich beide Seiten einigten und der Streik in letzter Sekunde abgeblasen wurde.

Karl-Heinz Dix

Auch interessant

Meistgelesen

Jetzt bestätigt: Dieser Flagship-Store kommt bald in die Innenstadt
Jetzt bestätigt: Dieser Flagship-Store kommt bald in die Innenstadt
Reiter und Herrmann verteidigen zweite Stammstrecke gegen 650 Gegner
Reiter und Herrmann verteidigen zweite Stammstrecke gegen 650 Gegner
Mit anonymem Brief: Unfassbare Katzen-Entführung in Haidhausen
Mit anonymem Brief: Unfassbare Katzen-Entführung in Haidhausen

Kommentare