Hochzeit steigt nun wohl in Kabul

Herzlos: Verlobter wird nach Afghanistan abgeschoben

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Ankunft in Kabul: Obaid R. verlässt den Flughafen in der afghanischen Hauptstadt.

München - Statt Hochzeit in Deutschland Abschiebung nach Afghanistan: Obaid R. musste seine Verlobte zurücklassen, weil er abgeschoben wurde. Nun läuten die Kirchenglocken in Kabul.

Keine Chance für die Liebe! Obaid R. (24) lebt seit sieben Jahren in Landshut und möchte seine deutsche Verlobte Alla O. heiraten. Aber wie soll das jetzt gehen? R. ist einer jener Afghanen, die gerade per Sammelabschiebung vom Münchner Flughafen aus in die afghanische Hauptstadt Kabul gebracht wurden. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (60, CSU) hatte zuvor erklärt, dass lediglich alleinstehende Männer abgeschoben worden seien.

Stephan Dünnwald vom bayerischen Flüchtlingsrat widerspricht: „Zumindest in einem Fall ist das falsch - und das war den Behörden bekannt!“ Damit spielt er eben auf Obaid R. an, der seine Partnerin zurücklassen musste. „Er ist mit mir seit zwei Jahren verlobt“, sagt die Verlobte der tz. „Die Papiere hatten wir vor eineinhalb Jahren besorgt.“

Die Dokumente seien 2015 wegen der geplanten Heirat in die deutsche Botschaft nach Kabul zur Überprüfung geschickt worden - bislang ohne Antwort. Und Obaid R. wurde vor der Heirat abgeschoben. Alla O.: „Ich werde jetzt nach Kabul fliegen, um ihn dort zu heiraten.“ Dünnwald erklärt: „Wann er aber wieder nach Deutschland kann, ist ungewiss.“ Wegen der Abschiebung bestehe eine jahrelange Wiedereinreisesperre.

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