„Angst, Verzweiflung und Wut“

Rettender Flug aus Afghanistan verwehrt: Münchner Familie kommt nicht aufs Flughafengelände

Immer wieder gibt es Geschichten von deutschen Staatsangehörigen, die in Afghanistan festsitzen. Nun meldet sich eine Münchner Familie.

München/Kabul - Die Szenen, die sich aktuell am Flughafen in der afghanischen Hauptstadt Kabul abspielen, sind schrecklich. Immer wieder hört man vereinzelt Berichte von Menschen, die vor Ort festsitzen und nicht wegkommen. Ortskräfte, die die deutsche Bundeswehr bei ihrem jahrelangen Einsatz unterstützt haben, Frauen die aufgrund des eigenen Engagements und bisherigen Erfahrungen mit den Taliban um ihr Leben fürchten. Mittendrin laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung: eine Münchner Familie, die nicht auf den Flughafen und damit auch nicht nach Hause kommt.

Flughafen Kabul: Münchner Familie wird nicht ausgeflogen - trotz deutschen Pässen

Bei der Familie handelt es sich um eine Mutter mit zwei Kindern. Sie warten in Kabul vergeblich auf ihr Ticket zurück nach Deutschland. Laut SZ-Informationen hieß es zunächst, dass nur die 10- und 19-jährigen Kinder der Frau ausgeflogen werden - da die Mutter lediglich eine Niederlassungserlaubnis für Deutschland hat. Die Kinder hingegen haben einen deutschen Pass. Später heißt es, die Mutter werde als Teil der Kernfamilie natürlich auch mit ausgeflogen. Nur passiert ist bisher nichts.

Das Problem: Laut der Grünen-Politikerin Jamila Schäfer - die mit der 19-jährigen Tochter im Austausch steht - wird der Familie der Zutritt auf das Flughafengelände von US-Streitkräften verwehrt. Hier scheint die Kommunikation mit den deutschen Behörden nicht zu funktionieren. Der Vater und Ehemann lebt mit dem dritten Kind in München* und kann nichts tun. Auch die beiden sind deutsche Staatsbürger.

Münchner Familie wird in Kabul nicht auf Flughafengelände gelassen

In den Sprachnachrichten der jungen Frau hört Schäfer Schüsse und Schreie im Hintergrund. Am Flughafen zu übernachten, sei für die drei keine Option. Zum Glück kann die Familie bei Angehörigen in einem Haus in Kabul unterkommen. Denn für die Mutter sei es zu gefährlich, ohne ihren Mann draußen unterwegs zu sein. Die vorherrschenden Gefühle der drei Münchner: „Angst, Verzweiflung und Wut“ - so beschreibt es Grünen-Politikerin Jamila Schäfer laut dem SZ-Bericht. (*tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA)

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