Sally (17) jahrelang zu Sex gezwungen

München - Sally (17) wurde in ein Privat-Bordell im Münchner Umland verschleppt und dort mit roher Gewalt zur Prostitution gewungen. Hier lesen Sie die Details dieses Falles:

Ihren Vater hat Sally (17; Name geändert) nie gekannt, ihre Mutter starb. Seit sie 14 Jahre alt war, wurde das Mädchen aus Nigeria in seiner Heimatstadt Benin zum ersten Mal zur Prostitution gezwungen. Anfang Februar griff die Polizei die völlig verstörte Sally am Münchner Hauptbahnhof auf. Offensichtlich war sie im Winter in ein Privat-Bordell im Münchner Umland verschleppt und dort mit roher Gewalt zur Prostitution gewungen worden.

Nun suchen Kriminalhauptkommissar Uwe Dörnhöfer und Kriminaloberkommissar Stefan Süß vom Kommissariat 35 (Tel. 089 / 2910-0) das Haus, in dem Sally gefangen gehalten wurde. Es liegt offenbar im Einzugsbereich der S-Bahn-Linie S3 nach Holzkirchen.

Die eigene Pflegemutter hat Sally vermutlich an einen Menschenhändlerring verschachert. Im Februar landete das Mädchen in Frankfurt und wurde seither von einer korpulenten Afrikanerin namens Lilly betreut, die sie auch nach München brachte.

In der S-Bahn fuhren sie nachts aus der Stadt. Sally weiß sicher, dass es die S3 war. An welcher Station sie jedoch ausstieg, weiß sie nicht mehr. Stefan Süß: „Sie erinnert sich an einen Treppenabgang, viele Fahrräder und einen Platz mit wenigen Autos und wenigen Häusern. Wir sind mit ihr alle Stationen abgefahren und denken, dass es sich um eine der Stationen zwischen Fasangarten und Otterfing handeln könnte.“

Vom S-Bahnhof aus musste Sally noch etwa zehn bis 20 Minuten zu Fuß laufen. Sie wurde in ein vermutlich cremefarbenes Haus mit Holztür geführt. Lilly sperrte sie in ein Zimmer ein. In den nächsten zwei Wochen musste Sally täglich drei bis vier Freier bedienen – Europäer allesamt. Sally spricht gut Englisch, bat mehrfach Freier um Hilfe. Doch keiner reagierte – außer einem Mann namens Hans. Er „mietete“ Sally angeblich für mehrere Tage, durfte sie darum mitnehmen und setzte sie am Hauptbahnhof aus.

Für Hinweise auf das gesuchte Haus setzte das Landeskriminalamt 3000 Euro Belohnung aus. Alle Hoffnungen ruhen nun auf den Freiern bzw. Anwohnern, denen der ständige Besuchsverkehr aufgefallen sein könnte. Sally befindet sich jetzt in der Obhut einer Hilfsorganisation.

Dorita Plange

Rubriklistenbild: © dpa

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