Verdacht des Abgasbetrugs: Ermittler durchsuchen Daimler 

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Anklage wegen Landesverrats und Bestechlichkeit

Agent ohne Auftrag: Markus R. fühlte sich als Super-Spion

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Agent ohne Auftrag: Markus R. mimte den Super-Spion.

München – Er wäre so gerne ein Super-Agent gewesen, einer wie im Film. Doch Markus R. (32) ging noch nicht einmal bei Rot über die Straße. Er muss sich wegen Landesverrats und Bestechlichkeit verantworten.

Das berichtete am Montag seine Freundin (32) als Zeugin vor dem Oberlandesgericht. Dort muss sich der Ex-BND-Mitarbeiter wegen Landesverrats und Bestechlichkeit verantworten. Ihm droht jahrelange Haft.

Seiner Freundin gegenüber hatte sich der Angeklagte als hochrangiger Nachrichtendienst-Offizier ausgegeben, der fließend Englisch und Russisch sprach, der trotz körperlicher Behinderung in Form von Sehschwäche und Tremor in der Hand hervorragend schoss und der über ausgezeichnetes Computer-Wissen verfügte. Ein Super-Held halt, der sich privat als schüchterner und liebenswerter Kerl präsentierte. „Haben Sie das geglaubt?“, hakte der Vorsitzende Richter Reinhold Baier nach. Die 32-Jährige, nach einem Schlaganfall selber körperlich behindert, nahm sich Zeit mit ihrer Antwort und wich dann aber aus. Offenbar hatte sie sich ihren Freund schön geredet, weil sie ihn so schrecklich gern mochte. Aus diesem Grund seien sie ja auch immer noch zusammen, bemerkte sie.

Die Frau aus Freilassing bewunderte ihren BND-Freund

Seine vermeintlich mehrjährige Ausbildung in Russland, seine Treffen mit Kontaktpersonen in Österreich nahm sie ihm sehr wohl ab. Angeblich hatte der Bundes-Nachrichten-Dienst ihn im Ausland umgeschult, weil er für den Angeklagten in seiner Ausbildung zum Büro-Kaufmann keine Verwendung fand. Die Frau aus Freilassing bewunderte ihren BND-Freund, gleichzeitig war es ihr angesichts seiner Tätigkeit aber auch etwas mulmig.

Daheim drehten sich die Gespräche öfters um Spionage. Markus hätte Edward Snowden, der die NSA-Affäre aufdeckte, als Verräter bezeichnet. Umso mehr fiel die 32-Jährige aus allen Wolken, als ihr Freund festgenommen wurden. Es irritiere sie bis heute, dass jemand, der so schüchtern auftrete, auf andere Geheimdienste zugehe, sagte sie. Laut Anklage hatte sich der Angeklagte aus Langeweile blind beim US-Geheimdienst CIA und dem russischen Geheimdienst angedient. Der Prozess dauert an.

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