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20 Tage ohne Koffer – Krankenschwester sucht verzweifelt ihr wertvolles Gepäck

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Von: Nina Bautz

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An den Badeurlaub in der Türkei knüpft sich für Heike Balke nur Stress an. Seit 20 Tagen vermisst sie ihren Koffer und erreicht niemanden.

München – Immer wieder kontrolliert Heike Balke (45) ihre Mails und klemmt sich ans Telefon. Immer wieder wird sie enttäuscht. Seit 20 Tagen versucht die Fachkrankenschwester aus Planegg verzweifelt, zu erfahren, wo ihr Koffer aus dem Türkei-Urlaub abgeblieben ist. „Ich fühle mich so machtlos.“

Flughafen München: Koffer im Wert von 2000 Euro fehlt

Auf dem Hinflug in den Badeurlaub nach Antalya am 19. Juli läuft noch alles glatt – von einer zweistündigen Verspätung abgesehen. Zurück in München aber fehlt einer der beiden Koffer von ihr und ihrem Lebensgefährten. „Das ist ein neuer Samsonite-Koffer mit Markenkleidung drin, insgesamt ist alles rund 2000 Euro wert“, klagt sie. Obendrein vermisst sie Gegenstände mit ideellem Wert: „Im Koffer sind auch zwei Armreifen, die mein Lebensgefährte und ich uns einmal gegenseitig geschenkt haben.“

Heike Balke
Da war Heike Balke noch glücklich: ein Foto aus ihrem Türkei-Urlaub. Nach ihrer Rückkehr war der Koffer weg. © Privat

Die Serie der Gepäck-Pannen reißt offenbar noch immer nicht ab. In den vergangenen Wochen hatten sich etliche Urlauber bei unserer Zeitung gemeldet, wir haben auch mehrmals darüber berichtet, dass Gepäck wegen Personalmangels in München und den Urlaubsorten nicht rechtzeitig oder gar nicht verladen werde. Die Koffer-Berge wachsen weiter.

Münchner Flughafen ist nicht zuständig für verlorenes Gepäck

Aber was tun, wenn der Koffer weg ist? „Der Flughafen ist in diesem Fall nicht zuständig, da er aus Datenschutzgründen gar nicht die Passagierdaten hat“, sagt Edgar Engert vom Münchner Flughafen. Auch das Fundbüro des Flughafens sei nicht für verlorenes Gepäck zuständig. „Der Fluggast muss sich an die Airline wenden. Entweder die Airline selbst oder der Dienstleister, der für sie für die Gepäckermittlung zuständig ist, kann sich dann weiter darum kümmern.“

Heike Balke kontaktiert nicht nur Sun Express täglich. Mittlerweile weiß sie auch, dass der Passagier-Dienstleister AHS für diese Fluggesellschaft zuständig ist. „Aber da erreicht man niemanden.“ Heike Balke hofft auf einen sogenannten Passierschein. Allerdings könnten die Airlines diesen laut Münchner Flughafen nur in Einzelfällen ausgeben, etwa wenn im Gepäck wichtige Medikamente enthalten seien. Außerdem müsse der Koffer nachweislich auf dem Gelände identifizierbar, also sicher dort abgestellt sein. Somit kann der Passierschein den Vorgang nur verkürzen und der Fluggast den Koffer selbst abholen und nicht selbst danach suchen, wenn dieser unauffindbar ist.

Heike Balke muss also weiter warten. Ein Unternehmenssprecher von Sun-Express ließ auf Anfrage mitteilen: „Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die unserer Passagierin durch das verspätete Gepäckstück entstanden sind, sehr. Wir stehen mit dem Fluggast in Kontakt und setzen alles daran, dass das Gepäck sobald wie möglich an unsere Kundin geliefert wird.“

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