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Airport-Erweiterung auf der Kippe

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Der Protest gegen den Ausbau des Flugplatzes kostete die CSU wichtige Stimmen
Der Protest gegen den Ausbau des Flugplatzes kostete die CSU wichtige Stimmen © Bodmer

Oberpfaffenhofen - Im Fünfseenland sowie im Münchner Westen sorgten die Pläne der Staatsregierung am Flughafen in Oberpfaffenhofen für Proteste.

Seit der Pleite des Dornier-Flugzeugwerkes war es ruhig geworden an der ehemaligen Werkspiste. Nun plante die Staatsregierung die Piste für den „qualifizierten Geschäftsflugreiseverkehr“ zu öffnen. Eine Luxus-Piste für Besitzer von Privatjets, Kunden von exklusiven Lufttaxis oder Hobbypiloten, die die Anwohner mit Fluglärm plagen würden, so die Sorgen zwischen Ammersee und München. Die Gemeinden rund um den See protestierten, in München bekämpften SPD und Grüne den Ausbau.

Ausgerechnet die als Unternehmerpartei verschrieene FDP könnte jetzt dem Projekt den Garaus bereiten. „Hier tut sich etwas“, hieß es am Freitag aus dem Kreis der Teilnehmer der Sondierungsgespräche zwischen CSU und FDP, die voraussichtlich eine Koalition eingehen werden. Die FDP will keinen Ausbau. Warum? Sowohl die bayerische FDP-Chefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger als auch der bayerische FDP-Generalsekretär Martin Zeil wohnen selbst im Fünfseenland, haben ihre Wahlkreise dort und haben sich im Wahlkampf stets gegen den Ausbau ausgesprochen. Die CSU denkt offenbar um: „Horst Seehofer hat erkannt, dass seine Partei mit Oberpfaffenhofen unnötig großes Stimmenpotenzial verschenkt hat“, hört man am Rand der Gespräche. Ob das nicht auch für die dritte Startbahn am Flughafen gelten müsse? „Die dritte Startbahn ist unabdingbar für Bayerns wirtschaftliche Entwicklung. Das ist Champions League, Oberpfaffenhofen ist vierte Liga.“ Grünen-Landes-Chef Sepp Daxenberger freut sich über das bevorstehende Aus: „Für die Anwohner in der dicht besiedelten Gegend wäre das eine gute Nachricht.“ Auch der Münchner Stadtrat Josef Assal, Chef der SPD im Westen der Stadt, hatte gegen den Ausbau gekämpft: „Ich hoffe, die FDP hält ihr Wort. Wenn nicht, dann werden wir uns schon bemerkbar machen.“

Quelle: tz

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