Aiwanger: Was ich euerm OB beibring'!

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OB Christian Ude (l.) besucht Hubert Aiwanger

München - Ein Einödhof in Niederbayern, auf dem Tisch stehen Bier und Brotzeit, im Stall grunzen die Sauen und muhen die Kühe. Am Samstag wagt sich OB Christian Ude (64) auf unbekanntes Terrain.

Er besucht den Chef der bayerischen Freien Wähler Hubert Aiwanger (40) auf dessen Bauernhof im niederbayerischen Rahstorf, den er mit seinen Eltern bewirtschaftet. Ude will ihn kennenlernen, um als Ministerpräsident gemeinsam mit den Grünen 2013 die Macht in Bayern übernehmen zu können. Aiwanger will sich nicht festlegen. Er will Ude aber erklären, was man auf dem Land für Probleme hat.

In der halben Stunde, die sich Ude und Aiwanger unter vier Augen gegenübersitzen, hat sich der Freie-Wähler-Chef viel vorgenommen. „Ich will ihm erklären, wo auf dem Land den Menschen der Schuh drückt.“ So geht es etwa um Themen wie Internetanschluss auf dem Land“ , sagt Aiwanger der tz. „Moderne Unternehmen brauchen schnelle Breitbandverbindungen, damit sie wettbewerbsfähig bleiben, auch auf dem Land.“

Auch der Flughafen steht auf der Tagesordnung. Aiwanger: „Man muss Aschaffenburgern oder Hofern erklären, wozu der Freistaat dem Flughafen München 251 Millionen Euro Darlehen gewährt. Und die Startbahn wird sicher noch viel teurer werden als geplant, sodass der Staat weiteres Geld nachschießen muss.“ Da werden sich die beiden Herren kaum näherkommen, Ude will die Startbahn. Aiwanger: „Sein Gedanke von der Wachstumslokomotive München ist ein Denkfehler. Wir brauchen qualifizierte Arbeitsplätze auch auf dem Land.“

Probleme mit der Hausarztversorgung oder dem Nahverkehr kenne man in München nicht, oder die der Landmetzger. Aiwanger: „Die können die neuesten EU-Richtlinien kaum noch erfüllen.“

Nach der Brotzeit nehmen sich Ude und Aiwanger eine Stunde Zeit für einen Hofrundgang. „Wir werden uns die Zuchtsauen und Mastrinder anschauen. Das sind keine Plüschtiere, sondern Nutzvieh.“ Dann geht es zum Treffen mit Stadträten und dem Bürgermeister von Rottenburg. Aiwanger: „Da wird er hören, dass wir alle per Du sind, das ist so, wenn man Vertrauen hat.“ Ob er auch Ude das Du anbieten wird? „Das wird sich ergeben, er ist der Ältere und hat den Vortritt.“

Johannes Welte

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Udes Programm in Niederbayern

Da kommt der OB endlich mal an die frische Landluft: Gegen 13.30 Uhr will Christian Ude bei Hubert Aiwanger in Rahstorf eintreffen. Nach einem Gespräch geht’s zum Hofrundgang. Ob der OB selbst Hand an der Mistgabel anlegt? Um 15 Uhr trägt er sich im Goldenen Buch von Rottenburg an der Laaber ein. Gegen 16 Uhr geht es weiter nach Regen. Dort gibt es ab 17 Uhr Einlass in die Pichelsteiner Halle, um 18 Uhr beginnt die SPD-Kundgebung mit Blasmusik. Um 19 Uhr der Höhepunkt: Ude marschiert mit SPD-Chef Florian Pronold ein, um eine Wahlkampfrede für den Bürgermeister von Bodenmais, Michael Adam, zu halten, der Landrat werden will.

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