Mann droht mit Bomben: Entwarnung nach Großeinsatz in München und Ingolstadt

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Alexander W. vor Gericht

Aktenzeichen XY überführt Räuber

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Mit diesem Foto aus der Überwachungskamera fahndete die Polizei nach Alexander W.

München - Hochverschuldet überfiel Alexander W. (44) mehrere Banken und erbeutete insgesamt 136.000 Euro. Dank "Aktenzeichen XY" wurde der Schreiner gefasst. Jetzt muss er wohl hinter Gitter.

Wir sehen einen vermummten Mann in einer Bank. Sonnenbrille, Tuch und Mütze verdecken sein Gesicht. Mit ausgestrecktem Arm zielt er mit einer Pistole, wirkt entschlossen – und zu allem bereit. Eine Überwachungskamera hält den Überfall im Bild fest. „Ich bin selbst schockiert, dass ich so etwas tun konnte. Es war die pure Verzweiflung“, sagt Alexander W. (44) aus Hebertsfelden (Landkreis Rottal-Inn). Er ist der Bankräuber vom Fahndungsfoto! Seit Mittwoch wird ihm am Landgericht München II der Prozess gemacht.

Jetzt steht der 44-Jährige vor Gericht.

„Ich konnte meine Rechnungen nicht mehr zahlen und hatte über 50.000 Euro Schulden. Meine Eltern mussten aushelfen, wenn bei mir wieder Gas und Strom abgestellt wurden.“ Deshalb startet der Schreiner eine Serie von Banküberfällen! Innerhalb von 25 Monaten schlägt er bayernweit vier Mal zu und erbeutet insgesamt rund 136.000 Euro. Sechs Tage nach der letzten Tat schnappt die Polizei Alexander W. – „aufgrund von Hinweisen aus der TV-Sendung Aktenzeichen XY“, sagt Verteidiger Michael Adams. Sein Mandant gibt vor Gericht nun alles zu.

„Ich dachte, dort draußen erkennt mich keiner. Ich bin bestimmt 20 Mal hingefahren gefahren, aber habe mich nicht getraut“, sagt W. Am 18. April 2012 überfällt er dann doch die Bank in Rotthalmünster (Landkreis Passau). Den Ort kennt er durch frühere Jobs. „Bleibt ruhig, dann passiert euch nichts“, schreit er die Angestellten gegen 11.43 Uhr an. Und zwingt sie, den Tresor zu öffnen! Dann flüchtet er mit 52.000 Euro. Unfassbar: Nach dem Bankraub fährt er direkt zur Polizeiwache nach Eggenfelden, die Gaspistole verstaut er im Kofferraum. „Ich musste noch einen Strafbefehl über 6000 Euro wegen Betrugs bezahlen, sonst hätte mir ein Haftbefehl gedroht. Das Geld gab ich den Beamten gleich in bar.“ Danach verschwindet W. – und lebt unbehelligt weiter. Tagsüber arbeitet er als selbstständiger Gitarrenbauer, hat aber kaum Einnahmen. Am 2. November 2012 überfällt er dieselbe Bankfiliale wieder! Beute: 38.000 Euro.

Am 31. Oktober 2013 stürmt Alexander W. in die Raiffeisenbank in Hohenlinden. „Ich habe mich erschreckt, dass so viele Kunden da waren. Mir war nicht bewusst, dass Weltspartag ist“, sagt er. Mit vorgehaltener Waffe drängt er die Angestellten in den Tresor und flüchtet mit 15.440 Euro. Sieben Monate später kommt er wieder und raubt 30.180 Euro. „Mein Haus stand vor der Zwangsvollstreckung. 20.000 Euro in bar brachte ich direkt zu meiner eigenen Bank“, sagt er. Ihm droht nun jahrelange Haft!

Andreas Thieme

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