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Sparkassen-Aktion gegen Obdachlose sorgt für Aufregung im Netz: „Menschenverachtend“

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Von: Nina Bautz

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Diese Zacken in der Sparkasse am Max-Weber-Platz sollen Obdachlose abhalten, hier zu übernachten.
Diese Zacken in der Sparkasse am Max-Weber-Platz sollen Obdachlose abhalten, hier zu übernachten. © Twitter / Ronen Steinke

Ein Foto auf Twitter sorgt derzeit für große Diskussionen im Netz. In einer Sparkassen-Filiale in München wurden Eisen-Spitzen gegen Obdachlose angebracht.

München – Es erinnert ein wenig an Taubenabwehr-Maßnahmen – aber hier sollen Menschen vertrieben werden, und zwar Obdachlose. Seit Montag kursiert ein Foto bei Twitter, das die Sparkassenfiliale am Max-Weber-Platz in München zeigt. Darauf zu sehen: spitze Metallzacken, die über einer Heizung oder Lüftung montiert sind, um Frierende am Sitzen oder Liegen zu hindern. Im Internet hagelt es Kritik: Diese Maßnahme sei „menschenverachtend“, man solle Kontos bei der Sparkasse kündigen!

Sparkasse in München: Solche Aktionen gegen Obdachlose sind nicht neu

„Solange hier keine Kunden belästigt werden, würde ich mir etwas mehr Toleranz wünschen“, sagt Franz Herzog, Leiter der Obdachloseneinrichtung Teestube komm. Zumindest in der kalten Winterzeit – wie jetzt – solle man auf solche Vorrichtungen verzichten. Leider seien solche Maßnahmen nicht neu. Herzog erinnert etwa an Lehnen, die lange Bänke im Nahverkehr „unterbrechen“, um Liegen zu verhindern.

Die Stadtsparkasse München erklärt auf Anfrage, solch eine Vorrichtung gebe es nur in dieser Filiale. Sie sei bei einem Umbau „bereits vor längerer Zeit“ eingebaut worden. Es habe Kundenbeschwerden „über ein mangelndes Sicherheitsempfinden bei sensiblen Geldgeschäften, insbesondere in den Abendstunden“ gegeben. Auch böten Geldautomaten-Räume keine sanitären Einrichtungen oder Möglichkeit zur Müllentsorgung. „Wir wollen unseren Kunden saubere Foyers bieten, in denen sie sich zu jeder Tageszeit sicher fühlen.“

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