Wetterlage mit 2013 vergleichbar

Alarm an der Isar: Fluss wird zum reißenden Strom

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Die Isar ist aktuell ein reißender Strom aus brauner Brühe.

München - Der Pegel der Isar steigt derzeit unaufhörlich. Der viele Regen hat den Fluss zu einem reißenden Strom mit brauner Brühe anschwellen lassen. Laut Feuerwehr ist die aktuelle Wetterlage mit der beim Hochwasser von 2013 vergleichbar.

Entenküken paddeln wild gegen den reißenden Strom, entwurzelte Bäume treiben durch die braune Brühe, ein Schild warnt vor Hochwasser: Ungemütlich ist es an der Isar! Am Donnerstag in der Früh hat der Hochwassernachrichtendienst eine Warnung herausgegeben: Die Isar ist zu diesem Zeitpunkt 250 Zentimeter hoch, zehn Zentimeter über Hochwassermeldestufe 1.

Das heißt, dass das Isarvorland von Thalkirchen bis zur Corneliusbrücke überflutet ist. Die Obdachlosen im Isarhochbett sind bei einer Höhe von zwei Metern gewarnt worden.

Das Foto zeigt die Isar am 17. Mai 2015.

Die Kamera des Wasserwirtschaftsamts, die auf dem Turm des Deutschen Museums angebracht ist, zeigt deutlich, wie sich die Isar in den vergangenen Tagen verändert hat. Auch die Webcams der Stadt vom Flaucher  zeigen den hohen Wasserstand. Am Freitag soll es in München laut Deutschem Wetterdienst zwar vorwiegend trocken bleiben, am Sonntag geht’s aber schon wieder weiter los mit Regen. Weil es im Alpenvorland heftig regnen soll, wird der Pegel der Isar so rasch nicht sinken.

Die Wetterlage sei mit der von 2013 vergleichbar, als das Hochwasser über Teile Bayerns hereinbrach, sagte ein Sprecher des Wetterdienstes. „Die Lage ist ähnlich, aber nicht so extrem“. Die Feuerwehrler beruhigen derweil – bei Meldestufe 1 laufe noch kein Keller voll. Trotzdem: Anwohner (vor allem in der chronisch-hochwassergeplagten Au) und Spaziergänger sind alarmiert, einige Wege sind bereits gesperrt.

Die tz-Reportage vom Isar-Ufer: Jasmin Menrad

Fluss wird dunkel und reißend

Bea Vierthaler (29), Gatronomin aus Sendling.

Bea Vierthaler (29), Gatronomin aus Sendling, ist mit ihren Hunden am Flaucher unterwegs – kommt aber bloß bis zu einer Absperrung. Sie sagt: „Vor zwei Jahren um diese Zeit war genau an dieser Stelle das Isar­ufer auch gesperrt. Auch heuer ist die Isar wieder ziemlich hoch und reißend. Weil ich jeden Tag mit den Hunden draußen bin, konnte ich beobachten, wie der Fluss angeschwollen ist und das Wasser immer dunkler und reißender wurde. Ich habe die Cocktailbar Self in der Schäftlarnstraße und bin heilfroh, dass wir über dem Grundwasserspiegel sind. Aber ich bekommen natürlich mit, dass einige unsere Gäste fürchten, dass ihnen wieder die Keller volllaufen …“

Wirtshaus in der Au: Die Biersicherung

Da stand das Wasser Betriebsassistentin Anja Berner bis zur Hüfte. Jetzt haben sie noch sechs mobi

Die Pumpe läuft schon im Keller vom Wirtshaus in der Au. Sie gurgelt und schlurpt, zieht das Grundwasser, das in den Keller drückt. Das Wirtshaus in der Lilienstraße liegt zwischen Auer Mühlbach und Isar. Problem: besonders tiefe Lagerkeller! Schon vor zehn Jahren haben Wirt Florian Oberndorfer und seine Mitarbeiter Hochwasser-Vorsorge getroffen und 2013 nochmal nachgerüstet. Da stand das Kellerwasser Betriebsassistentin Anja Berner bis zur Hüfte – trotz festem Pumpsystem. Jetzt haben sie noch sechs mobile Pumpen zusätzlich angeschafft.

„Wir haben ein automatisches Hochwasserwarnsystem und gucken zusätzlich alle drei Stunden“, sagt Berner. Die Pumpen, die das Bier von den Fässern in den Gastraum bringen, wurden nach dem letzten Hochwasser höher montiert. „Die Isar ist schon recht hoch“, sagt Oberndorfer, „aber selbst wenn wir Hochwasser haben, kriegen unsere Gäste nichts mit. Wir haben geöffnet.“

Bilder: Hochwasser an der Isar in München

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