Albert Müller wieder vor Gericht

Ex-Bürgermeister wehrt sich gegen Spanner-Vorwürfe

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Scheyerns Ex-Bürgermeister Albert Müller.

München - Albert Müller (56), der im Stachus-Untergeschoss Frauen unter den Rock fotografiert und dann gegen Polizisten Widerstand geleistet haben soll, ließ es erneut auf einen Prozess ankommen.

Heimlich, still und leise hätte der Ex-Bürgermeister von Scheyern (Kreis Pfaffenhofen an der Ilm) das peinliche Strafverfahren hinter sich bringen können. Doch Albert Müller (56), der am 20. Juni 2013 auf einer Rolltreppe im Stachus-Untergeschoss Frauen unter den Rock fotografiert und dann gegen Polizisten Widerstand geleistet haben soll, ließ es erneut auf einen Prozess ankommen. Jetzt beschäftigt der mutmaßliche Spanner sogar das Landgericht.

Schon 2009 tauchten Vorwürfe auf, der Bürgermeister habe sich mit einer Damenperücke verkleidet an einer Raststätte auf eine Frauentoilette geschlichen. Zu einer Verurteilung reichte es nicht.

Laut Staatsanwalt Peter Preuß ist die Beweislage seit dem Vorfall am Stachus erdrückend. Ein BISS-Verkäufer alarmierte die Polizei, weil er sah, wie Müller eine kleine Kamera Frauen unter den Rock gehalten haben soll. Als Minuten später vier Zivilbeamte dazukamen, soll Müller die Kamera weggeworfen haben und auf sie getreten haben, wie die Polizisten am Donnerstag als Zeugen berichteten. Die Beamten stellten auf der Speicherkarte ausreichend Material sicher: 27 Spanner-Videos und 99 eklige Fotos.

Gegen seine Festnahme soll sich Müller heftig gewehrt haben. Ein Polizist berichtete, wie er einen Schlag mit dem Ellenbogen in die Rippen bekam: „Ich hatte wochenlang Schmerzen, konnte keinen Sport machen.“

Im Dezember erhielt Müller einen Strafbefehl wegen Beleidigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Er legte jedoch Einspruch ein, deshalb kam es zum Prozess. Für Müller hat es sich nicht gelohnt: 75 Tagessätze zu 70 Euro – also 5250 Euro Geldstrafe!

Er ging in Berufung. Richterin Elisabeth Ehrl befragte die Beamten akribisch. Verteidigerin Regina Rick hakte nach. Ergebnis: die gleichen Aussagen wie beim ersten Prozess. Rick gibt aber nicht auf: „Das Fotografieren war nicht strafbar“, sagte sie der tz. Das stelle keine Beleidigung von Frauen dar. Der Prozess geht weiter.

Eberhard Unfried

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