Pfleger befummelt Patientinnen

Albtraum im Aufwachraum

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Sitzt seit 15. April in U-Haft: Karl L. (39)

München - Die Blinddarm-Operation war gut verlaufen, Elvira S. (27, alle Namen geändert) lag in der Aufwachstation des Klinikums Pasing. Dabei erlebte die junge Patientin am 17. März dieses Jahres einen Horror.

Laut Staatsanwaltschaft knetete Pfleger Karl L ihre Brüste und befummelte sie. Wegen der Narkose konnte sie sich nicht wehren! Jetzt muss sich der 39-jährige Krankenpfleger wegen sexuellen Missbrauchs Widerstandsunfähiger vor Gericht verantworten. Wenige Stunden nach dem Vorfall mit Elvira S. wurde Melanie N. in den Aufwachraum geschoben. Der Patientin fiel in kurzen Wachphasen auf, wie der Pfleger ihre Brüste befummelte. „Die Geschädigte spürte die Manipulationen deutlich“, so Staatsanwältin Rebecca Hupke. Angeklagt ist auch ein dritter Fall vom 17. März 2012. Anwältin Annelie Freifrau von Bibra, die zwei Opfer vertritt: „Das Schlimme für die Frauen ist die Ohnmachtssituation. Sie bekommen alles mit, können sich aber nicht wehren.“

Der Angeklagte bestreitet alles. Sein Verteidiger Jens Bosbach hält es für möglich, dass die Zeuginnen unter Halluzinationen gelitten hätten. Bei dem Narkosemittel Narkosemittel ist das möglich, schreibt das Ärzteblatt: „Unter der Wirkung von Propofol können sich zum Teil lebhafte sexuelle Fantasien entwickeln, die bei den Patientinnen den Eindruck eines authentischen Ereignisses hervorrufen.“ Der Prozess wird am 8. November fortgesetzt.

Eberhard Unfried

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