So schützen Sie sich

Albtraum Einbruch: Bislang schon 1160 Fälle in München!

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Ein Einbrecher versucht, sich mit einem Brecheisen Zutritt zu einer Wohnung zu verschaffen.

München - Bislang wurden dieses Jahr in München bereits rund 1160 Einbrüche registriert. Tendenz massiv steigend! Die Polizei schlägt deshalb Alarm. Wir verraten, wie Sie sich vor einem Einbruch schützen.

Tabea Wagner und Robert Kopp mit Polizeihund Anton (5).

Erfahrungsgemäß ist es nur noch eine Frage von Tagen: Mit früher Abenddämmerung, Schmuddelwetter und Umstellung auf die Winterzeit kommen auch die Einbrecherbanden wieder verstärkt in die Stadt und in den Landkreis. 1452 Einbrüche registrierte die Polizei im vergangenen Jahr, 2014 sind es bislang schon rund 1160 gewesen. Tendenz: massiv steigend. Doch die Beamten sind vorbereitet. Erstmals werden in diesem Jahr außer der Reiterstaffel auch Hundeführer der Polizei durch die Wohngebiete patrouillieren. „Manchmal tragen die Kollegen Uniform, manchmal aber auch nicht. Das sollen die Einbrecher ruhig schon mal wissen“, erklärte Polizeivizepräsident Robert Kopp am Freitag. Zudem testet die Polizei seit einigen Tagen die neue Prognosesoftware „PRECOBS“ (siehe unten). Und auch „Kommissar Nachbar“ ist ein wichtiger Teil der Kampagne: 25 Täter, die zum Teil hochkriminellen, internationalen Banden angehörten, wurden im vergangenen Jahr nur gefasst, weil aufmerksame Bürger sofort den Notruf 110 wählten.

Wohnungen in Mehrfamilienhäusern werden übrigens öfter angegangen als Einfamilienhäuser. Die Täter haben es stets auf Schmuck, Bargeld, und Laptops abgesehen. 72 Prozent der bekannten Täter reisten aus dem Ausland an. Und auch der Einbruch ist schon längst keine Männerdomäne mehr. Kriminaldirektor Thomas Fichtner: „Wir haben im zuletzt eine hochaktive Bande von acht Frauen geschnappt. Einer haben wir allein in München 40 Einbrüche nachgewiesen.“

Dorita Plange

… und so schützen Sie sich vor einem Einbruch

Ein Profi benötigt nur Sekunden, um schlecht gesicherte Türen oder Fenster zu knacken. Und er findet wahrscheinlich auch alle Schmuck- und Geldverstecke. Darum besteht die Prävention darin, Einbrechern den Job so schwer wie möglich zu machen. Hier einige Tipps:

  • Halten Sie den Hauseingang auch tagsüber geschlossen.
  • Achten Sie auf Fremde im Haus – sprechen Sie diese Personen direkt an.
  • Installieren Sie spezielle Lichtquellen oder Bewegungsmelder.
  • Bitte Sie besonders ältere Nachbarn, immer eine Türsperre vozulegen und niemals Fremde in die Wohnung zu lassen.
  • Kostenlose Beratungen für technische Sicherungsmöglichkeiten geben die Beamten des Kommissariats 105 unter 089/2910-3430. Viele Fragen werden auch auf der Homepage der Polizei unter www.polizei.bayern.de beantwortet. Dort gibt es auch eine Liste über seriöse Sicherheits-Produkte und Hersteller.

Gaunerjagd am Computer

Stellen Sie sich vor, der Einbrecher ist gerade auf dem Weg zu Ihrem Haus. Doch die Polizei wartet dort schon auf ihn. Zauberei? Nein: Mathematik!

Hier könnte bald ein Einbrecher zuschlagen: Günter Okon arbeitet mit der Prognose-Software PRECOBS.

PRECOBS (Pre Crime Observation System) heißt eine neue Software, die der Erste Kriminalhauptkommissar Günter Okon (56) und seine Kollegen im Münchner Landeskriminalamt im Auftrag des Innenministeriums im nächsten halben Jahr testen. In der Schweiz und in den USA hat die Polizei damit die Einbruchszahlen signifikant gesenkt. Und auch Okon glaubt an Erfolge: „Ich bin überzeugt davon, dass das klappt.“

Forschungs-Grundlage sind die Einbruchszahlen der vergangenen sieben Jahre aus der Polizeistatistik für Stadt und Landkreis München. Dazu wurde das System mit allen Daten gefüttert: Art und Weise des Einbruchs, Versuch oder vollendet, dazu Tatzeit, Tatort, Beute und die Art der Immobilie (Haus, Wohnung, Büro, etc.). „Aus all diesen Daten errechnet die Software dann eine Prognose für die Einbruchs-Wahrscheinlichkeit in einem bestimmten Bezirk. Das Ergebnis wird von den Fachleuten noch einmal auf geographische und demoskopische Kriterien (Autobahn-Nähe, Bevölkerungsdichte, etc.) überprüft. „Wenn alles logisch zusammenpasst, leiten wir das Ergebnis unverzüglich an die zuständigen Inspektionen weiter, die dann entsprechende Maßnahmen treffen können.“ PRECOBS wird auch in Nürnberg bis Ende März 2015 getestet. Dann wird entschieden, ob die Software zur Dauereinrichtung wird. Und jetzt sage noch mal einer, dass Mathematik langweilig ist... DOP

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